Beitrag von Jürgen Klute

Kurz vor Weihnachten stellte die Riffreporterin Daniela Becker die Frage, ob und wie Medien sich aktiv mit der Klimakrise auseinandersetzen können (KlimaSocial – vom Wissen zum Handeln).

Der Brüsseler Presseclub (Press Club Brussels Europe) startet gerade eine entsprechende Initiative. Von 2018 bis 2020 einschließlich hat der Brüsseler Presseclub die Präsidentschaft der „International Association of Press Clubs“ (IAPC) inne. Diese Rolle will der Presseclub nutzen, um am UN World Environment Day 2020 mit dem Projekt „World Press Clubs Alliance for Climate“ ein klimapolitisches Zeichen zu setzen. Seit 1974 findet dieser Tag jährlich jeweils am 5. Juni statt.

An diesem Tag sollen den ganzen Tag über rund um den Erdball im Stundenrhythmus Pressekonferenzen zum Thema Klima stattfinden. Der frühere belgische Premierminister und neue EU-Ratspräsident Charles Michel soll die Reihe vom Brüsseler Presseclub aus am 4. Juni um 23 Uhr eröffnen. Dann ist es nämlich 11 Uhr morgens in Neuseeland. 11 Uhr vormittags – das ist die übliche Zeit für Pressekonferenzen. Nach dem Start soll Michel dann den Staffelstab an die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern weiterreichen. Jeweils zur vollen Stunde geht es dann weiter zur nächsten Zeitzone, in der es dann 11 Uhr morgens ist – 24 Stunden lang. So beschreibt Gregor Küpper, einer der Ideengeber und der verantwortliche Koordinator dieses Projektes vom Brüsseler Presseclub, den geplanten Projektablauf. Der Brüsseler Presseclub hat weltweit 150 Presseclubs mit 23.000 Journalisten eingeladen, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Etliche haben bereits ihre Teilnahme angekündigt.*

Über die Klimakrise werde in den Medien derzeit viel geschrieben und gesprochen, so Gregor Küpper weiter. Durchgehend stehen die negativen Folgen der Klimakrise im Mittelpunkt der Berichterstattung. Darauf soll aber am 5. Juni nicht der Fokus liegen. An diesem Tag, erklärt Küppers, der sich dem Ansatz des „Constructive Journalism Project“ verbunden sieht, soll es um Lösungen gehen, die der Klimakrise etwas entgegensetzten.

Dabei kann es sich um neue umweltschonende Produkte handeln oder auch um neue umweltschonende landwirtschaftliche, handwerkliche oder industrielle Produktionsverfahren, die von Erfindern, Startups oder auch traditionellen Unternehmen entwickelt wurden. Aber auch staatliche, kommunale oder zivilgesellschaftliche Institutionen und Organisationen, die Ideen zum Klimaschutz entwickelt und umgesetzt haben (z.B. Thema Verkehrswende, Energiewende), sind angesprochen.

Voraussetzung ist nur, dass es sich einerseits um neue Produkte, Verfahren oder Regelungen handeln muss und dass sie andererseits bereits erprobt bzw. in Praxis umgesetzt sind. Diese Projekte sollen dann im Rahmen der Pressekonferenzen, die jeweils in einem Presseclub stattfinden müssen, vorgestellt und erläutert werden. So sollen auch Akteuere in anderen Teilen der Welt über erfolgreiche Ideen zum Klimaschutz informiert werden, die auf lokaler oder regionaler Ebene entwickelt wurden. Akteure können sich dann entweder inspirieren lassen von erfolgreichen Projekten oder auch direkt Kontakt zu solchen Projekten aufnehmen.

Beteiligen kann sich grundsätzlich jeder, der in diesem Sinnen einen Lösungsvorschlag zur Klimakrise beizusteuern hat und diese im Rahmen einer Pressekonferenz darstellen und erläutern möchte, erläutert Küpper. Wer Interesse hat, kann sich entweder an die Redaktion von Europa.blog wenden oder auch gerne direkt an Gregor Küpper (in deutsch, englisch, französisch oder niederländisch). Seine E-Mail-Adresse lautet: g.kupper@pressclub.be.

Selbstverständlich können die Pressekonferenzen am 5. Juni im Internet verfolgt werden. Auf der Webseite des Projektes „World Press Clubs Alliance for Climate“ werden die Pressekonferenzen nicht nur live übertragen, sondern auch abgespeichert, so dass Interessierte die Pressekonferenzen – vor allem auch, wenn es parallel laufende Pressekonferenzen gibt – jederzeit auch zeitversetzt abrufen können.

* Ursprünglich hieß es an dieser Stelle: “Bisher beteiligen sich weltweit mehr als 150 Presseclubs und mehr als 23.000 Journalisten und Journalistinnen an diesem Projekt.” 

Transparenzhinweis: Der Autor dieses Artikels ist Mitglied des Press Club Brussels Europe.

Titelbild: Jürgen Klute CC BY-NC-SA 4.0

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