Am 5. August 2021 wurde der Präsident von Guinea, Alpha Condé, von einer Elite-Militäreinheit aus dem Amt geputscht. Condé war 2010 in Rahmen der ersten freien Wahlen in Guinea erstmals zum Präsident en gewählt worden. Er gehört der Partei RPG (Rassemblement du Peuple de Guinée) an, die zur sozialdemokratischen Parteienfamilie gehört. Bis zur Unabhängigkeitserklärung 1958 war Guinea eine französische Kolonie. Nach der Unabhängigkeit folgte eine lange Phase diktatorischer und vom Militär gestützter Regierungen. Condé hatte sich zum Ziel gesetzt, Guinea in eine demokratische Gesellschaft zu transformieren. Obgleich Guinea reich ist an Rohstoffen, vor allem Bauxit, gehört das Land zu den ärmsten in Afrika.

Der Putsch hat nur kurzfristig eine begrenzte Aufmerksamkeit in den Medien gefunden. Im folgenden gibt Europablog einen kleinen Überblick über die Berichterstattung zu dem Putsch aus ausgewählten europäischen Medien.

Präsident Alpha Condé war ein politischer Hoffnungsträger. 2008 veröffentlichte der ivorische Musiker Tiken Jah Fakoly auf seinem Album “Le Caméléon” den Song “Alpha Condé” (Text hier klicken), in dem seine Freilassung gefordert wird. Tiken Jah Fakoly gilt als Reggae-Protest-Sänger, dessen Songs politische Missstände thematisieren, wie z.B. Coup de Gueule, Le balayeur balayé, Le Pays Va Mal oder Quitte Le Pouvoir. Zuletzt forderte er mit seinem Song “Corona” zum Kampf gegen die Pandemie auf.

Aktualisierungen

12.09.2021

Der Spiegel

Der Standard

Die Zeit

Euractiv

Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)

  • Oberst Mamadi Doumboya: Was will der neue starke Mann in Guinea? Der Putschführer in Guinea, Oberst Mamadi Doumboya, lässt dem Coup schöne Sätze folgen. Er weiß, was vor allem bei der jungen Bevölkerung ankommt. Eine Neuwahl hat er noch nicht angekündigt. Von Claudia Bröll, Kapstadt | Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2021

  • Präsident Condé festgenommen: Berlin verurteilt Putsch in Guinea. In Guinea haben Angehörige einer Eliteinheit Staatspräsident Alpha Condé entmachtet. Sie versprechen einen „transparenten, inklusiven und friedlichen Übergang“ zur Demokratie. Aber afrikanische Staaten drohen mit Sanktionen. Von Claudia Bröll, Kapstadt | Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2021

  • Guinea: Putsch lässt Aluminium-Preis auf Rekordhoch steigen. Der Militärputsch in Guinea wirkt sich auch auf den Rohstoffmarkt aus. Angesichts der ohnehin angespannten Versorgungslage bei Aluminium wird eine Verschärfung der Knappheit befürchtet. | Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2021

  • Westafrika: Elite-Einheit verkündet Putsch in Guinea. In dem rohstoffreichen westafrikanischen Land hat eine Elite-Einheit des Militärs nach eigener Darstellung die Macht übernommen. Es solle eine Übergangsregierung gebildet werden. | Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2021

  • Schüsse in Conakry: Mutmaßlicher Staatsstreich in Guinea. Laut Informationen der Deutschen Welle wurde Präsident Alpha Conde von einer kleinen Gruppe Soldaten festgenommen. UN-Generalsekretär Guterres verurteilte indes jegliche Waffengewalt und forderte die Freilassung des Präsidenten. | Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2021

Frankfurter Rundschau (FR)

nd

Neue Zürcher Zeitung (NZZ)

Süddeutsche Zeitung

  • Guinea: Jubel und Kritik nach demMilitärputsch. Nach der Absetzung von Präsident Condé und seiner Regierung versucht die Junta, ihre Macht zu festigen. Andere Länder verurteilen den Staatstreich, doch in Guinea wird gefeiert. Von Bernd Dörries, Dakar | Süddeutsche Zeitung, 07.09.2021

  • Putsch verteuert Aluminium. Nach einem Militärputsch im afrikanischen Guinea, das der weltweit größte Lieferant des Alu-Rohstoffs Bauxit ist, befürchten Anleger ein knapperes Angebot. Dies treibt den Preis nach oben. | Süddeutsche Zeitung, 06.09.2021

  • Elite-Einheit verkündet Putsch in Guinea. Direkt aus dem Reuters-Videokanal. In dem rohstoffreichen westafrikanischen Land hat eine Elite-Einheit des Militärs nach eigener Darstellung die Macht übernommen. | Süddeutsche Zeitung, 06.09.2021

Tageszeitung (taz)

The Guardian

Titelbild: Guinea: President Alpha Condé (left) welcomes President Kagame to Guinea | Conakry, 23 April 2017; by Pau Kagame CC BY-NC-ND 2.0 via FlickR

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