Beitrag von Vesna Caminades

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

da gibt es ein Thema, worüber ich schon länger schreiben wollte. Immer ist es daran gescheitert, dass ich großartige Recherchearbeit leisten wollte. Und ich hatte letzthin nicht ausreichend Zeit dazu. Inzwischen habe ich aber nach einigen Anläufen, ein wenig Informationen zusammengestellt. Und es ist ja erstaunlich, was Sie da so alles essen… Also, beginnen wir von vorne.

Sagt Ihnen Mehl etwas? Gesund oder? Nicht immer und nicht für alle, denken wir nur an Glutenintoleranz. Nun da gibt es eine Mehlsorte, die dieses Problem allerdings aus dem Weg räumen dürfte: Tiermehl. Was das ist? Fragen wir unseren alten Freund Wiki.

“Tiermehl (auch Tierkörpermehl, Kadavermehl oder Fleischmehl) entsteht durch Zermahlen von Tieren und ist somit ein Produkt der Tierkörperverwendung. Es dient als Futtermittel für Nutz- oder Heimtiere sowie Pelz- und Zootiere und darf unter Auflagen als Dünger in der Landwirtschaft genutzt werden. Darüber hinaus wird es in energetischer Nutzung verbrannt. In einer Tierkörperbeseitigungsanlage werden die Kadaver von verendeten und erkrankten Tieren, Schlachtabfälle und tierische Nebenprodukte mittels mechanischer und chemischer Aufarbeitung zu Tiermehl und anderen Produkten verarbeitet. Die biologische Wertigkeit des Tiermehlproteins ist abhängig von den Mengenverhältnissen der Ausgangsmaterialien, insbesondere von dem Anteil an Fleisch bzw. Kollagen- und keratinreichen Körperbestandteilen sowie Blut.”

Was hat das mit Ihnen zu tun, werden Sie sich nun fragen? 2021 hat die Europäische Kommission das 2001 im Zuge der BSE-Krise verhängte Verbot zur Verbitterung von Tierproteine, wieder aufgehoben: M.a.W.

“Laut der Generaldirektion Gesundheit der EU-Kommission (DG Sante) stützt sich die aktuelle Entscheidung auf ein wissenschaftliches Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Bereits im April hatten das Europaparlament und der Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (SCoPAFF) grünes Licht gegeben.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides begrüßte die Änderung als einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Verwendung hochwertiger und nachhaltiger Futtermittel. Zugleich setze die EU ihr langjähriges Engagement für die Einhaltung höchster Standards in der Tierernährung fort. Die DG Sante verwies auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die zeigten, dass bestimmte, seit 2001 geltende Futtermittelverbote nicht mehr gerechtfertigt seien.”

Hier ein Artikel, der etwas mehr Klartext spricht.

“Schweine und Hühner sollen wieder Tiermehl essen – und damit der Umwelt Gutes tun – Über zwanzig Jahre lang war es aus Sorge vor einer neuen Tierseuche verboten, Schlachtabfälle zu Tiermehl zu verarbeiten und an Nutztiere zu verfüttern.

Hintergrund des Verbots war die Rinderkrankheit BSE, die in den 90er-Jahren Landwirte und Konsumentinnen verunsicherte. Verbreitet wurde die Krankheit, weil die Bauern ihren Rindern verunreinigtes Tiermehl verfütterten. Mehrere hundert Tiere in der Schweiz starben. In der Folge verbot der Bund die Beimengung von Tiermehl in Futtermittel.

Zur Erklärung: Bei Tiermehl handelt es sich um Schlachtabfälle wie Gedärme und Knochen, die zerkleinert, sterilisiert und anschliessend getrocknet werden. Es wurde bis zum Verbot 2001 dem Futter für Nutztiere beigemischt. Das soll nun bald wieder möglich sein, allerdings nur für Schweine und Geflügel. Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Kühe dürfen nach wie vor kein Tiermehl essen, da sie Pflanzenfresser sind.

«Wir wissen nicht, ob die Konsumentinnen und Konsumenten Fleisch oder Eier akzeptieren von Tieren, die mit Tiermehl gefüttert wurden.» Anscheinend liegt die Zustimmung sogar höher als vor einigen Jahren.”

Hier noch ein Video dazu.

Laut diesem Artikel aus dem Jahr 2013 kann Tiermehl sogar an Fische verabreicht werden.

Hier ein Artikel, der mehrere Bedenken aufzeigt, ob es überhaupt gesund sei, tote Tiere zu essen.

Doch wie schaut es mit Insekten aus? Auch gegen die ist man nicht mehr gewappnet. Wer es nicht glaubt, bitte hier nachlesen (Veggies inklusive).

“So finden sich Insekten demnächst wohl sogar im Bier. Im Fleisch sowieso. Pro 100 Gramm dürfen jetzt fünf Gramm aus Insekten bestehen. Brisant: Das gilt auch für Fleischersatz-Produkte, was freilich viele Vegetarier auf die Palme bringt. Auch ihnen rät die EU-Kommission, “einfach einmal durchatmen” … es muss ja niemand.”

Oder aber hier.

“Für Timon und Pumba im Film “König der Löwen” gelten sie als Delikatesse, für die Teilnehmer im Dschungelcamp als Mutprobe und für die EU-Bürger gehören sie bald zum Alltag: In etlichen Lebensmitteln dürfen nun Insekten als Beimischung enthalten sein. Neben der unappetitlichen Vorstellung, die Krabbeltiere zu verzehren, sorgen sich die Menschen auch vor Allergien.”

Bilder sagen mehr als 1.000 Worte und Videos erst recht:

Hier.

Hier.

Hier.

Und hier etwas zu den Insekten, aber auf die Schmunzelt-Art und Weise.

Ich denke, wir bewegen uns in Richtung einer neuen Ernährungsmethode wie z.B. Novel Food und werden dieser Tendenz auch nicht ausweichen können. Nur genaues Hinschauen, Akzeptieren oder aber Suche nach Alternativen, werden den Unterschied machen können. Leider wird dies aber auch vegane Fertigprodukte treffen, wie dieses Video wirklich sehr gut erklärt. Wie es ausschaut, wird man mehr und mehr Fleisch von Schweinen und Hühnern und Fischen essen, die selbst Kadavermehl verzehrt haben oder aber man wird in den Genuss von leckeren Maden – natürlich nur beigemischt – kommen. Nun ja – was sagen? Mahlzeit oder Prosit. Bitte reden Sie mit Freunden und Familie darüber – Danke IAMA

Titelbild: Mumes World CC BY-NC-ND 2.0 via FlickR

Wer Fragen oder Anregungen zu diesem Thema an Vesna Caminades hat, kann sich unter dieser E-Mail-Adresse an sie wenden: iama4iwannaknow |et| gmail.com oder Mobile Phone +32488617321.

Zu den weiteren Artikeln von Vesna Caminades zum Thema Tierschutz und Tierrechte bitte hier klicken!

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