Von Frederik D. Tunnat

Zur Einstimmung ein kurzer, historischer Abriss der wesentlichsten Einwanderungswellen samt ihrer damalige Bewältigung, als Einstimmung auf die aktuelle Einwanderungsdebatte des Jahres 2023. Im Zusammenhang mit der aktuellen Einwanderungsdebatte, der massenhaften, ungesteuerten Einwanderung vornehmlich arabisch-moslemischer und nordafrikanisch-afrikanischer Einwanderer, sollte die aktuelle Situation auch im historischen Kontext betrachtet werden. Dadurch relativieren sich nicht nur die aktuell hohen Einwanderungszahlen, sondern öffnen ebenso den Blick auf früher angewandte, höchst erfolgreiche Maßnahmen und Bewältigungsstrategien.

Von einer deutschen, d.h. nationsweiten Einwanderung kann nur im Zusammenhang mit zwei Wellen vor dem 19. Jahrhundert die Rede sein:

1. ) im Zusammenhang mit dem Dreißigjährigen Krieg
2. ) anlässlich der Vertreibung der protestantischen Hugenotten aus Frankreich und der Protestanten aus Salzburg

Die gewaltsame, unfreiwillige und ungesteuerte Einwanderung im Lauf des dreißig Jahre andauernden Krieges, zwischen 1618 bis 1648, wird, obwohl sie regional gesehen durchaus elementare Auswirkungen zeitigte, im Allgemeinen weder als Einwanderung bezeichnet, noch als solche gesehen. Dabei ereigneten sich – bedingt durch die zeitgenössische Form der Kriegsführung – in verschiedenen Regionen des damaligen Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, also auf dem Territorium jener Gebiete, die sich zwischen 1871 bis 1918 Deutsches Reich, und seit 1991 (wiedervereinigt) Bundesrepublik Deutschland nennt, teilweise dramatische Umwälzungen in der Zusammensetzung der Bevölkerung Deutschlands, inklusive einer – ähnlich aktuell – ungesteuerten Einwanderung.

Da das seinerzeit regierende Haus Habsburg aufs Engste mit seinen Blutsverwandten in Spanien kooperierte, dessen vorgelagerte Provinz, die Spanischen Niederlande – ein Gebiet, das die heutigen Niederlande, Belgien, Luxemburg sowie Teile des französischen Nordens umfasste – halten und verteidigen wollten, brachten die spanischen Könige nicht nur im Lauf der dreißigjährigen Kriegshandlungen eine erhebliche Menge spanischer Soldaten, Offiziere nebst ihrer Familien in die genannte Region, sondern darüber hinaus eine enorme Menge mit Geld gekaufter Söldner, die aus spanischen, französischen, vornehmlich oberitalienischen, sowie süddeutschen Regionen stammten. Den Söldnerhaufen folgten gewaltige Trosse, die Handwerker, Quacksalber, Wundärzte, Köche, Handlanger, Huren, sowie in die Tausende gehende Familien der Soldaten, also deren Frauen und Kinder umfassten, sowie Transportknechte, Fuhrwerke, fahrende Händler, sogenannte Marketender, Viehherden, Viehtreiber, hunderte von Fuhrwerken, Proviant-Fahrzeuge, Munitionsfahrzeuge etc.

Brecht hat die Situation und Stimmung in einem solchen, das Söldnerheer begleitenden Tross trefflich in seiner “Mutter Courage” beschrieben. Diese Heere fielen schon auf ihrem Marschweg, der oft entlang der großen Flüsse, also entlang Rhein und Mosel führte, wie Heuschrecken über die dort lebende Bevölkerung her, raubten diese aus, töteten sie direkt oder indirekt, indem sie eine Menge Krankheiten einschleppten, denen die örtliche Bevölkerung schutzlos ausgesetzt war.

Nach bestimmten, großen Schlachten, verblieben die Söldnerheere in den eroberten oder gehaltenen Regionen und plünderten die Bauern und Bürger bis aufs Hemd aus. Gleichzeitig fanden systematische und groß angelegte Massen-Vergewaltigungen statt. Auf diese Weise, aber auch, indem sich Teile der Söldner in den, ihrer Heimat weit entfernten Gegenden dauerhaft niederließen, mit ihnen Teile des Trosses und ihre Familien, fand speziell entlang des Rheins, also im damaligen Erzbistum Mainz, Köln, im Bistum Trier, in den Niederlanden, Belgien, den Herzogtümern Luxemburg und Berg, in Nordfrankreich, bis hinauf nach Friesland, einerseits eine bis zu 30 oder gar 50 prozentige Vernichtung der angestammten Bevölkerung statt, während sich zeitgleich, regional höchst unterschiedlich, zwischen 5 bis 20% der fremden, eingewanderten Bevölkerung dort niederließ, sich den Besitz der Getöteten oder Vertriebenen aneignend.

Während sich also in den damals noch Vereinigten Niederlanden (Belgien, Holland) südeuropäische und süddeutsche Einwanderer in größerer Anzahl niederließen, waren es in Nord- und Ostdeutschland, bevorzugt in den Küstenregionen um Bremen, Hamburg, Rostock, sowie im Elsass, in der Pfalz, Schweden, Dänen, Norweger, sowie deren norddeutsche Hilfstruppen, die sich dort niederließen. Wallenstein, der kaiserliche Kriegsherr, verfrachtete Handwerker aus deutschen Städten wie Nürnberg, Frankfurt und Leipzig in großem Stil nach Böhmen, während er zahlreiche Böhmen in sein neues Herzogtum Mecklenburg umsiedelte. Polnische, litauische, auch russisch-ukrainische Truppen und Trosse überfluteten das damalig deutsche Ostpreußen, das Baltikum, sowie die östlichen Regionen des Heiligen Deutschen Reichs. Ungarische, rumänische und österreichische Truppen kämpften vornehmlich in und um die Habsburger Provinzen in Böhmen und Mähren, in Süddeutschland, wo Österreich in Südbaden, Südschwaben und Teilen Bayerns, als Teil der damaligen Provinz Vorderösterreich, präsent war.

Da in weiten Teilen des Deutschen Reichs während der dreißig Jahre Krieg über 50% der Bevölkerung ausstarben, ganze Dörfer und Landstriche unbewohnt zurückblieben, war die verbliebene örtliche Bevölkerung kaum in der Lage, sich gegen die orts- und landesfremden Einwanderer zur Wehr zu setzen. Binnen drei Generationen, also innerhalb von rund 75 Jahren, assimilierten sich die Einwanderer und verschmolzen in den meisten Fällen bis zur Unkenntlichkeit mit der regional ansässigen Bevölkerung.

Da der Auslöser für den, eine Generation andauernden Krieg, religiöse Spannungen waren, durch die von Luther 1517 ausgelöste Kirchenspaltung Deutschlands in Katholiken und Protestanten, sind die Ursachen und Auswirkungen zwischen den damaligen Konflikten, vor 400 Jahren, und den heutigen, vornehmlich durch Moslems und innerhalb der moslemischen Welt ausgelösten Kriegen, gar nicht so unterschiedlich oder neuartig, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Ging es während des Dreißigjährigen Krieges zunächst darum, dass der katholische Kaiser aus der Habsburger Dynastie die Protestanten und die Länder ihrer evangelischen Herrscher gewaltsam zurück zum Katholizismus führen wollte, endete der Religionskrieg zwischen den zwei christlichen Glaubensrichtungen mit einem, durch Erschöpfung und äußeren Zwang diktierten Kompromiss: beide Lager vereinbarten innerhalb des gemeinsamen Reichs eine Kooperation auf Regierungsebene. Dem jeweiligen Landesfürsten blieb die ausschließliche Gewalt über das religiöse Bekenntnis seiner Untertanen. Entschied er sich für den Protestantismus, mussten ihm seine Untertanen folgen, selbstverständlich ebenfalls gewaltsam. War er Katholik, verhielt es sich umgekehrt, doch analog. Der Friedensvertrag von Münster schrieb den Status Quo nach 30 Jahren Krieg fest und sorgte für knapp 70 Jahre eines mehr oder minder eingehaltenen Friedens inklusive einer erzwungenen religiösen Koexistenz.

Doch um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert entluden sich die nur mühsam unterdrückten, ungelösten religiösen Konflikte in einer Reihe neuer regionaler Kriege und Konflikte. So in Frankreich, wo es der katholischen Partei gelang, die protestantische Minderheit zu besiegen. Es folgte ein Exodus zehntausender französischer Protestanten, Hugenotten genannt, die sich in die protestantischen Staaten und Gebiete des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation flüchteten. Während ein kleiner Teil der französischen Religionsflüchtlinge im protestantischen Nordwesten des Reichs, in den Niederlanden und Belgien, sowie entlang des Rheins verblieb, zog ein großes Kontingent von weit über 20.000 Hugenotten, auf persönliche Einladung des preußischen Kurfürsten, nach Preußen, sowie in andere preußische Provinzen, etwa Ostpreußen. Die Einwanderer aus Frankreich erhielten nicht nur kostenlos Land für Hausbau und Beackerung zugewiesen; man überließ ihnen ganze Landstriche zur Gründung neuer, eigener Ortschaften. Ihr vom preußischen Protestantismus abweichender Gottesdienst wurde ihnen als Religionsfreiheit per Gesetz zugesichert. Neben geschenktem Land aus kurfürstlichem Besitz vergab der Fürst neben einem auf zwei Jahrzehnte angelegten Steuerprivileg (Befreiung von deren Zahlung) für die Einwanderer großzügig zinslose Kredite, um den Gewerbetreibenden unter den Einwanderern den wirtschaftlichen Neustart zu ihren wie zu Gunsten Preußens zu ermöglichen.

Das geniale wie einfache Einwanderungs-Konzept von Religionsfreiheit, Steuerbefreiung und Anschubfinanzierung ging, man möchte fast sagen: selbstverständlich auf. Es dauerte längst keine 20 Jahre, bevor die eingewanderten Franzosen, die auch ihre eigenen Schulen betrieben und für fast drei Generationen ihre ursprüngliche Sprache beibehielten, während sie natürlich die Landessprache Deutsch erlernten – also natürlich zweisprachig – zahlreiche neue Techniken und Industriezweige aufgebaut hatten, die nicht nur halfen, kostbare Devisen für Importe zu sparen, sondern die schließlich der einheimischen Bevölkerung Arbeitsplätze verschafften und dem Staat nach Ablauf der Schonfrist sprudelnde Steuereinnahmen verschafften.

Kurz nach der Einwanderung französischer Hugenotten, der Kurfürst war inzwischen zum König von und in Preußen geworden, setzte in einigen süddeutschen, katholischen Bistümern die Verfolgung, Tötung und Ausweisung protestantischer Bevölkerungsteile ein. Obwohl diese Maßnahmen gegen den Friedensvertrag von Münster und die religiöse Koexistenz verstießen, konnten sich die protestantischen Fürsten Deutschlands nicht zu einem kriegerischen Eingreifen entschließen. Erneut war es der nunmehrige preußische König, der seine Werber aussandte, um vornehmlich im Salzburger Land, aber auch in den Bistümern am Rhein, sowie im katholischen Teil der Niederlande, um Einwanderer zu werben.

Erneut wanderten rund 30.000 Protestanten ein, darunter als größte Gruppe Salzburger Protestanten nach Preußen, in diesem Fall überwiegend nach Ostpreußen, das durch mehrere Seuchen zu einem Teil entvölkert war. Erneut verfuhr Preußen nach dem bewährten Schema. Es gewährte den Einwanderern Religionsfreiheit und Steuerbefreiung, überließ ihnen kostenlos Ackerland und Bauland, stellte sogar kostenfrei Baumaterialien, und wies seine Verwaltung an, die Einwanderer uneingeschränkt zu unterstützen, sprich bürokratische Hürden zu senken. Obwohl die eingewanderten Salzburger keine Gewerbetreibenden und Industriellen wie die Hugenotten waren, sich vorwiegend auf die Landwirtschaft konzentrierten, halfen sie doch, das entvölkerte Land zu besiedeln, es wieder urbar zu machen, halfen die westlichen Provinzen Preußens zu ernähren, und nach rund 20 bis 25 Jahren zahlte sich diese neuerliche Einwanderung selbst in Ostpreußen in wachsenden Steuereinnahmen aus.

Diese gelungene, staatlich gesteuerte Einwanderung wie ihr Gelingen, ihre positive Wechselwirkung für beide Seiten – Einwanderer wie Staat – entfaltete eine enorme Sogwirkung. Gleich zwei weitere Einwanderungsgruppen fühlten sich von der preußischen Einwanderungspolitik, der Religionsfreiheit und der steuerlich-wirtschaftlichen Anschubfinanzierung angezogen: osteuropäische Juden und in großem Stil Litauer. Während die aus Russland und Polen einwandernden Juden, im Lauf eines Jahrhunderts immerhin weit über 250.000 Personen, in Ostpreußen nur Zwischenstation machten um sich dauerhaft in Westpreußen, sowie um Berlin und in Brandenburg niederzulassen, setzte unter den Litauern im sich auflösenden polnisch-litauischen Doppelreich eine regelrechte Auswanderungswelle ein. Bald war rund ein Drittel Ostpreußens zu über 90% von litauischen Einwanderern bevölkert. Da diese überwiegend Bauern waren, nutzte die preußische Oberschicht diese Einwanderer vornehmlich, um sie als billige Arbeitskräfte auf ihren großen Gütern arbeiten zu lassen. Doch, obwohl die einwandernden Litauer, bei denen es sich überwiegend um Katholiken handelte, keine ähnlich großzügigen steuerlich-finanziellen Anreize wie die protestantischen Hugenotten und Salzburger erhielten, waren sie mit der auch für sie geltenden Religionsfreiheit, sowie den insgesamt besseren Lebensbedingungen in Ostpreußen, im Gegensatz zum ärmlichen Litauen, hoch zufrieden.

Während eine kleine, akademisch gebildete litauische Oberschicht die preußische Religions- und Pressefreiheit nutzte, um Bücher und Zeitungen für Litauen zu drucken, gelang es rund einem Viertel der litauischen Einwanderer, trotz mangelnder staatlicher Unterstützung, sich Ackerland zu kaufen, eigene Bauernhöfe zu bauen, um als freie Bauern in dem agrarisch geprägten Ostpreußen zu einigem Wohlstand zu gelangen. Die beiden Letzt genannten litauischen Einwanderungsgruppen waren Pioniere in Sachen Integration. Sie lernten nicht nur freiwillig Deutsch, obwohl man ihnen muttersprachliche Schulen und Gottesdienste zugestand, um für knapp 200 Jahre zweisprachig im deutschen Ostpreußen zu leben; sie wechselten im Lauf der Jahre auch freiwillig in großer Zahl von der katholischen zur protestantischen, sprich preußischen Staatsreligion, was ihnen und ihrem wirtschaftlich-gesellschaftlichem Aufstieg sehr förderlich war. Im Lauf des 19. Jahrhunderts zog die litauische Landbevölkerung Ostpreußens nach und nahm zum überwiegenden Teil die protestantische Religion und deutsche Sprache an.

Die sonst so viel, in Manchem, wie ihren Kriegen, zu Recht gescholtenen Preußen-Könige, können in Bezug auf ihre Einwanderungs- und Integrationspolitik als Vorbild für die heutige Bundesrepublik herhalten. Ihre den gesamten Einwohnern, Alt Eingesessenen wie Einwanderern gleichermaßen eingeräumten Bürgerrechte, eine unbestechliche Bürokratie, samt Religionsfreiheit waren Grundelemente für eine überaus erfolgreiche Integration. Bis auf die heutzutage nicht länger in allen Bereichen unbestechliche deutsche Bürokratie, bietet die Bundesrepublik heutigen Einwanderern viele dieser vormals preußischen Grundprivilegien ebenfalls – versäumt jedoch, den entscheidenden wirtschaftlich integrierenden Part.

Doch der, für erfolgreiche Integration viel wesentlichere wirtschaftlich- steuerliche Integrationsansatz Preußens fehlt im heutigen Deutschland vollkommen. Die sozial betriebene Übervorsorge, die einhergeht mit einer regelrecht wirtschaftlichen Entmündigung der Einwanderer, dürfte das Hauptübel und größte Problem im direkten Vergleich zwischen ehedem preußisch-erfolgreicher und heute-unerfolgreicher Einwanderungspolitik darstellen.

Statt die Menschen mit allem zwangsweise zu versorgen – Unterkunft, Lebensmittel etc. – wäre es sicher wesentlich hilfreicher für beide Seiten, den deutschen Staat, wie das Gros der Einwanderer, wenn diese vom ersten Tag an nicht nur das Recht, sondern die Pflicht hätten, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Dazu müssten in erster Linie ein Vielzahl bürokratischer Hürden beseitigt werden, an erster Stelle die, Einwanderer zu trostlosem, beschäftigungslosem Herumsitzen zu verdammen. Gerade die Langeweile und das erzwungene Nichtstun ermöglichen nicht nur den religiös fanatischen Häschern des IS und Konsorten, hier massenhaft Interessenten und Unterstützer zu finden; sie drücken auch auf das körperlich-seelische Befinden der Einwanderer und bringen sie dauerhaft in Opposition mit ihrer neuen Umgebung.

Was spricht denn dagegen, bei Menschen wie den Einwanderern aus Arabien und Afrika, die überwiegend aus landwirtschaftlich geprägten Bauern oder Kleingewerbetreibenden bestehen, diesen von Beginn an eine eigenverantwortliche Tätigkeit in ihrem gewohnten Berufsfeld zu ermöglichen?

Nähme man das preußische Beispiel 1:1 auf, so würde dies bedeuten, statt den Großteil der Einwanderer in großstädtischen Slums und Masseneinrichtungen entmündigt und zu Untätigkeit verurteilt abzusetzen, könnte man sie in die teilweise entvölkerten Landstriche, das platte dörfliche Land in Deutschland verteilen. Mal abgesehen davon, dass dort der IS und sonstige Terroristen keine Strukturen haben, würde der tagtägliche Umgang zwischen Einwanderern und Bevölkerung eher zu einem Miteinander führen, als beim jetzigen Modell. Der Staat, die Kommunen, könnten Einwanderer aus der Landwirtschaft in leerstehende Höfe einweisen, oder Höfe anmieten. Wo dies nicht möglich ist, könnte man Baumaterial und Bauland an Einwanderer zuweisen und diese unter fachlicher Anleitung ihr eigenes, neues Haus bauen lassen. Die Bindung, die in diesem Fall zur neuen Bleibe im fremden Land aufgebaut würde, wäre ungleich tiefer, als die, in Massenunterkünften aus Containern vegetieren zu müssen.

Dann könnte man die Einwanderer auf ihnen zugewiesenem Pachtland für ihren Lebensunterhalt eigenes Gemüse und Obst anbauen lassen. Als Helfer bei örtlichen Bauern und Betrieben, oder in neu aufzubauenden Höfen nur für Einwanderer, könnte mit einem Bruchteil des bürokratischen Aufwands der zur Zeit betrieben wird, zu auf Dauer deutlich niedrigeren Kosten, eine weitgehend eigenfinanzierte Existenz von zahlreichen Einwanderern ohne akademische Bildung aufgebaut werden. Der Vorteil solchen Vorgehens wäre, dass sich sehr schnell zeigen würde, welche Einwanderer wirklich motiviert und mit Arbeitsabsicht hierher kamen, und welche nur Sozialtourismus und Kriminalität im Sinn haben.

Bei den zahlreichen Kleingewerbetreibenden, die in ihrer Heimat einen kleinen Laden oder einen kleinen Handwerksbetrieb hatten, könnte man ähnlich vorgehen, wie seinerzeit die Preußenkönige. Man könnte diesen Einwanderern, so sich deren Handel, z.B. mit heimatlichen Lebensmitteln als aussichtsreich erweisen würde, mit einem Kleinkredit und fachlicher Unterstützung, sowie deutlich reduziertem Behörden- und Genehmigungsprozeduren angeschoben werden. Eine steuerliche Auszeit für eine Anlaufphase von 10 Jahren sollte dazu gehören. Einwandernde Köche könnten ihr eigenes kleines Restaurant eröffnen und betreiben; Journalisten Zeitungen, Radio und TV für ihre Landsleute betreiben. Ingenieure und Architekten könnten beim Bau von Häusern etc. helfen. Lehrer könnten einen umfassenden zweisprachlichen Unterricht ermöglichen.

Auf diese Weise könnte man zwischen 50 bis 75 % aller Einwanderer nicht nur zufriedener und glücklicher bei uns leben lassen; unter dem Strich würde dies viele Behörden massiv entlasten, die Sozialkassen sowieso, und den Extremisten und religiösen Fanatikern würde enorm viel Wind aus den Segeln genommen werden. Der verbleibende Bodensatz könnte mit der geballten behördlichen Aufmerksamkeit durchleuchtet werden und im Fall von Kriminalität oder Arbeitsverweigerung bzw. Integrationsweigerung schnell und dauerhaft abgeschoben werden.

Die Vergrößerung großstädtischer Slums und Ghettos würde auf diese Weise ebenfalls dauerhaft und effektiv bekämpft. Zu guter Letzt würden diese Maßnahmen nicht nur bestimmte demografische Probleme ländlicher Regionen Deutschlands wirkungsvoll entgegen wirken; auf Dauer würden derartige Integrationsmaßnahmen auch rechtsextremen Parteien wie Pegida und AfD oder NPD den Wind aus den Segeln nehmen. Und jeder wirklich in Wirtschaft und Gesellschaft integrierte Einwanderer wird seinen, auch monetären Beitrag zu Steuern und Gemeinwohl beitragen können.

Es ist dringend erforderlich in der Einwanderungs- und Integrationspolitik schnell und effektiv umzusteuern. Dabei können, wie die geschichtlichen Beispiele beweisen, die positiven Resultate der Vergangenheit Pate stehen. Wozu das Rad neu erfinden, wenn es schon vor hunderten von Jahren gut rollte?

Das größte Problem dürfte das deutsche Kompetenzgewirr, der in diesem Fall hemmende Föderalismus und der fehlende, über allen Entscheidungen thronende Entscheider sein. Zwar plädiere ich an dieser Stelle ganz sicher nicht für einen „Diktator“, damit ein solches Umsteuern erfolgreich wäre, aber für einen begrenzten Zeitraum sollten sich die diversen zuständigen Stellen von unterster Ebene bis hinauf zum Kanzleramt auf eine flache, eindeutige Hierarchie in Einwanderung und Integration verständigen, die sowohl einem behäbigen Behördenapparat Feuer unter dem Hintern machen könnte, wie die zahlreichen Entscheider auf diversen Ebenen in eng begrenztem Rahmen und zeitlich begrenzt überstimmen bzw. anweisen könnte.

Angesichts der übermäßig zuströmenden Einwanderer, der massiven Probleme auf kommunaler Ebene, der fehlenden Konzeption und Strategie, sowie vor dem drohenden demografischem Hintergrund, wäre ein „preußisch motivierte“ konzertierte Aktion aller Parteien, Politiker und Behörden das Gebot der Stunde. Im Gegenzug für steuerliche Privilegien und finanzielle Unterstützung müssten jedoch endlich, wie in jeden erfolgreichen Einwanderungsprozess, endlich klare und strikte Erwartungen und Regeln an Einwanderer formuliert werden. Es kann nicht Asyl, Religionsfreiheit und ökonomische Unterstützung ohne Gegenleistung geben. Wo das hin führt, beweisen die sich immer stärker abschottenden Einwanderer der Gastarbeiterwelle. Wir müssen von Einwanderern fordern, unsere Sprache so schnell als möglich zu erlernen, bereit zu sein, sich zu integrieren, statt Parallelgesellschaften aufzubauen, religiöser Toleranz statt Fanatismus, Gesetzestreue, statt Terrorismus. Wer diesen selbstverständlichen Prinzipien zustimmt, sollte uneingeschränkt willkommen sein. Wer jedoch kriminell oder Terroristisch agiert, sich der Integration verweigert, unsere Sprache nicht lernt, für den muss es nur eines geben: das Rückreiseticket in seine Heimat.

Ich bin überzeugt, würden die angesprochenen Maßnahmen konsequent und schnell umgesetzt, der Zulauf zur AfD würde sich schnell erledigen, und Einwanderer, die sich einbringen und Steuern zahlen, also zum Bruttoinlandsprodukt aktiv beitragen, statt das Sozialsystem zu strapazieren, wären Mitgaranten für entlastete Finanzen und steigende Steuern. Aktuell sehe ich als Haupthürde: einerseits unsere überbordende Bürokratie und kleinkarierte Gesetzte und Verordnungen, andererseits eine fehlende Diskussion, Gesetzgebung einschließlich Formulierung unserer Erwartungen an Einwanderer, sowie anschließend eine flächendeckende Kommunikation durch Politik und Regierung bundesweit.

Speziell gewisse Politik- und Parteienkreise sollten, statt ihre auf unzulänglichen Kenntnissen beruhenden Vorurteile gegenüber Preußen zu kultivieren, sich in die unbestreitbar erfolgreichen Integrationserfolge Preußens vertiefen, da sie dort zahlreiche Anregungen finden könnten, die angepasst und auf aktuelle Verhältnisse umgeschrieben, ebenso erfolgreich funktionieren könnten, wie vor 200 und 200 Jahren!

Bitte, liebe Politiker, ob grün, rot, schwarz, gelb, national angehaucht oder nicht: besinnt und berappelt euch und löst wenigstens dieses gesellschaftlich drängende Problem. Es bedarf dazu fast keiner eigenen, neuen Ideen, sondern bloß des Mutes, sich mal in erfolgreiche politische Aktionen vergangener – wenn auch absolutistischer Regierungen – einzulesen. Die vorliegenden Statistiken sprechen Bände und beweisen, wie erfolgreich das heute so verfemte Preußen auf dem Gebiet der Einwanderung und Integration war. Wenigstens zum Abkupfern ehedem sehr erfolgreicher Modelle sollte es doch selbst bei heutigen Politikern reichen, oder?

Titelbild: cmwruby CC BY-NC-ND 2.0 via FlickR

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