Das European Democracy Lab in Berlin sucht für sein Forschungsprojekt REGIOPARL engagierte Künstlerinnen und Künstler. Die entsprechende Ausschreibung ist im folgenden dokumentiert.

Projektvorschläge können bis zum 15. März 2020 hier eingereicht werden: regioparl@eudemlab.org

Telefonische Nachfragen unter +49 30 206 16 258

Um was genau es geht und wie Künstler*innen sich an dem Projekt beteiligen können, ist in der Ausschreibung beschrieben.

Auf die Europäische Union warten gegenwärtig große politische Aufgaben (bspw. Klimaschutz, Migrations-, Handels-, Finanz- und Außenpolitik). Gleichzeitig steht die EU auch vor großen internen Herausforderungen. Diese drehen sich nicht zuletzt um die Gretchenfrage, wie viel Europa es für eine zukunftsfähige gemeinsame Politik braucht – und wie viel Spielraum zur Wahrung nationaler und regionaler Bedürfnisse.

Die Europäische Integration war und ist ein politisches Projekt, vorangetrieben, aber auch immer wieder gebremst von politischen Entscheidungsträger/innen. Wesentliche Bedingung für ihr Gelingen ist deshalb auch ihre Verankerung in Kultur und Gesellschaft, das “Erfahren” von Europa in den vielfältigen alltäglichen Lebensrealitäten der europäischen Bürger/innen.

“In Vielfalt geeint” – so lautet seit 2000 das Motto der Europäischen Union. Doch worin besteht für die Bürger/innen das Versprechen Europas, worin liegt sein Wert? Was charakterisiert das Zusammenleben in Europa, welche Rolle spielen kollektive Identitäten? Und wie erleben und erfahren die Bürger/innen Europa ganz konkret in ihrer jeweiligen Region?

Im Spannungsfeld von wachsendem Euroskeptizismus einerseits, andererseits aber auch zunehmend ausgeprägten europäischen Identitäten bestimmter Bevölkerungsgruppen, bleibt die Auseinander­setzung mit diesen Fragen ein wichtiger Bestandteil im öffentlichen Diskurs um Gegenwart und Zukunft der europäischen Demokratie.

Für unser Forschungsprojekt REGIOPARL, das zu einem besseren Verständnis der regionalen Ebene als Trägerin europäischer Demokratie beitragen will, suchen wir einen künstlerischen Beitrag, der sich auf spielerische Weise mit Europa auseinandersetzt, zum Nachdenken und zur Diskussion einlädt und Europa damit erfahrbar macht.

Gesucht wird ein niederschwelliger, interaktiver künstlerischer Beitrag für den öffentlichen Raum, der das Projekt zu seinen verschiedenen Stationen in unterschiedliche Regionen verschiedener EU-Mitgliedstaaten begleitet und idealerweise die folgenden Anforderungen erfüllt:

  • Der Beitrag verhandelt die Themen Europa, Europa der Regionen, Zukunft Europas und/oder das Zusammenspiel von regionaler und europäischer Identität.
  • Der Beitrag hat einen „travelling aspect“ – etwas Physisches oder Konzeptuelles, das die einzelnen Stationen in unterschiedlichen europäischen Regionen miteinander verbinden kann.
  • Der Beitrag geht über die wissenschaftliche und politische Debatte hinaus und schafft durch Materialität/Visualität/Haptik/Akustik einen sinnlichen Zugang zur Debatte und lädt zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema ein.
  • Der Beitrag ist in verschiedenen Sprachen verständlich oder geht geschickt mit der Mehrsprachigkeit des Projekts um.
  • Die durch den Beitrag ausgelösten Situationen im öffentlichen Raum sollten bildstark dokumentierbar sein.

Honorar: Der Beitrag ist in einem Rahmen von max. 20.000 Euro (inkl. allfälliger Steuern und Abgaben) umsetzbar. Dieser Betrag umfasst (1) die Konzeption und Erstellung des Beitrags (einschließlich der Materialkosten[1]) und (2) die Begleitung des Beitrags durch den/die Kunstschaffende/n, gemeinsam mit dem REGIOPARL-Projektteam, zu den Stationen des Projektes in unterschiedliche Regionen für das Jahr 2020 (4 bis 6 Stationen geplant), einschließlich der mit der Vor-Ort-Präsentation des Beitrags verbundenen Vorbereitungsarbeiten, die in enger Abstimmung mit dem Projektteam erfolgen.

Die Auszahlung des Honorars erfolgt in 2 Tranchen (3/4 des Betrages nach Fertigstellung des Beitrags, 1/4 nach erfolgter Begleitung zu den Workshops mit Ende 2020).

Für die Reise- und Unterkunftskosten zur Begleitung des Beitrags zu den unterschiedlichen Workshop-Stationen stehen gesonderte Mittel aus dem Projektbudget zu Verfügung. Für allfällige Kooperationen mit lokalen Künstler/innen und Kulturinstitutionen vor Ort – die wir sehr begrüßen würden – können ggf. weitere Mittel zu Verfügung gestellt werden (nach entsprechender Vereinbarung über die Art der Kooperation, die Leistung des/der betreffenden Dritten und die Höhe des jeweiligen Honorars).

Projektauswahl: Die Auswahl eines passenden Projektes erfolgt durch das Projektteam entsprechend den oben angeführten Anforderungen sowie dem Profil des Bewerbers/der Bewerberin.

Das Regional Parliaments Lab (REGIOPARL) ist ein fünfjähriges internationales Forschungsprojekt (2018–2022), das zu einem besseren Verständnis der Instrumente, Potenziale und Grenzen der regionalen Ebene als Trägerin europäischer Demokratie beitragen will. Die Forschungsarbeiten von REGIOPARL sollen einen konstruktiven Beitrag zur öffentlichen EU-Zukunftsdebatte leisten und aktiv an der demokratischen und institutionellen Weiterentwicklung Europas mitwirken.

Im Rahmen des Projekts werden in Regionalparlamenten Workshops mit Abgeordneten durchgeführt, bei denen die Zukunft des EU-politischen Systems aus regionaler Perspektive verhandelt wird. Die Workshops finden im Zeitraum 2020 bis 2021 in regionalen Parlamenten in unterschiedlichen EU-Mitgliedstaaten statt (u.a. Österreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien). Der künstlerische Beitrag soll das Projekt zu diesen Stationen begleiten.

Das Forschungsprojekt REGIOPARL ist eine Kooperation der Donau-Universität Krems mit dem European Democracy Lab an der European School of Governance in Berlin, der Jagiellonen-Universität in Krakau, dem Wissenschafts­zentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und Forum Morgen.

Die Beauftragung des künstlerischen Beitrags erfolgt durch die European School of Governance in Berlin. Die Ausschreibung richtet sich an freischaffende Kunst- und Kulturschaffende in Deutschland oder anderen EU-Mitgliedstaaten.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.regioparl.com.

Projektvorschläge, die bis zum 15. März 2020 an regioparl@eudemlab.org übermittelt werden, können in der Auswahl berücksichtigt werden.

Bitte reichen Sie dazu folgende Unterlagen in einem Dokument (Sammel-PDF) ein:

(1) Ein max. 1500 Wörter umfassendes Exposé zu Ihrem Beitrag, das folgende Punkte beinhaltet:

  • Titel und Kurzbeschreibung (Abstract) des eingereichten Beitrags (max. 150 Wörter),
  • detaillierte Beschreibung der Werksidee,
  • Beschreibung, wie der Beitrag/das Werk die in dieser Ausschreibung gelisteten Anforderungen aufgreift,
  • Informationen zur Präsentation/Platzierung des Werkes im öffentlichen Raum,
  • eine Aufstellung der mit der Herstellung des Beitrages/Werkes verbundenen Kosten (Materialkosten etc.),
  • allenfalls eine Kalkulation jener Kosten, die für den Aufbau/die Präsentation des Beitrages/Werkes im öffentlichen Raum in Begleitung der Workshops und für den Transport dorthin zu erwarten sind sowie
  • Ihre vollständigen Kontaktdaten (Name, Telefonnummer, Email, Adresse).

Optional kann dem Exposé eine Visualisierung der Werksidee/des Beitrags in Form von Abbildungen beigefügt werden.

(2) Einen Lebenslauf, der Ihren künstlerischen Werdegang und Beispiele bisheriger Arbeiten (auch in Form von Abbildungen, Fotos oder via Weblinks) dokumentiert.

Bei Fragen wenden Sie sich an regioparl@eudemlab.org bzw. erreichen Sie uns telefonisch unter +49 30 206 16 258.

Wir freuen uns auf Ihre Projektidee!


[1] Für besonders materialkostenreiche Beiträge können ggf. zusätzliche Mittel zur Deckung der Materialkosten bereitgestellt werden.

Titelbild: Jürgen Klute (Graffiti in Paris) CC BY-NC-SA 4.0

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