Über das E-Auto wurde in den letzten Jahren viel gesprochen und diskutiert. Die eigentlichen Probleme von damals bestehen heute noch. Wenig hat sich getan. Seit über 100 Jahren gibt es Elektrofahrzeuge. Durchsetzen konnten sie sich nie. Doch dieses Mal ist die Situation bei Weitem anders. Durch den politischen Druck wird das E-Mobil gefördert und in den Markt gepresst. Andere innovative Antriebe werden vom Markt verdrängt. Die Förderungen werden gekürzt oder ganz eingestellt, damit sich das E-Auto durchsetzen kann. Es geht also nicht um eine neue Innovation, sondern darum, etwas zu etablieren, das vielleicht unter normalen Umständen kaum eine Chance hätte.

Woher kommt der Strom?

Wenn wir vom E-Auto sprechen, sehen wir ziemlich ehrgeizige Ziele. 1 Million Autos sollen bis 2021/22 auf deutschen Straßen fahren. Bis jetzt sind es gerade einmal 100.000 Stück. Die Nachfrage nach E-Mobilen ist in Deutschland ziemlich gering. Knapp 57 Millionen Fahrzeuge gibt es. Angenommen 40 – 50 Prozent würden E-Fahrzeuge sein, würde das unser Stromnetz sprengen.

E.ON hat schon vor einigen Monaten einmal festgestellt, dass unser Stromnetz nicht darauf ausgelegt ist. Es würde 20 – 30 Jahre dauern, damit 40 – 50 Prozent an E-Autos in Deutschland fahren könnten. Es gibt viele Probleme. Der Trassenausbau liegt seit 2 Jahrzehnten flach. Das liegt an der großen Bürokratie und an den ganzen Einsprüchen von Bürgern und Verbänden, die den Ausbau um Monate und Jahre immer wieder verzögern. Die Politik hat das Problem schleifen lassen.

E.Ladesäulen – Absolutes Chaos

Noch schlimmer sieht es bei den bestehenden E-Ladesäulen aus. Wer mit seinem Fahrzeug regelmäßig die Ladesäulen benutzt, erlebt ein großes Chaos. Die Preise bewegen sich zwischen 0 – 90 Cent pro kWh. Welcher Preis berechnet wird, ist beim Laden ohne eine App meistens gar nicht so ersichtlich. Zudem muss jemand, der sich in ganz Deutschland mit seinem Auto bewegt, gleich mehrere Apps haben, um durch das Chaos zu kommen und Ladesäulen finden zu können.

Dazu kommt die lange Wartezeit. An den normalen Ladesäulen dauert es zwischen 2 – 8 Stunden. Ein No-Go für jeden Autofahrer. Selbst an den Schnellladesäulen, die nur in geringer Stückzahl vorhanden sind, dauert es zwischen 40 – 60 Minuten. Für die meisten Autofahrer ist das nicht akzeptabel. Das E-Auto eignet sich daher eigentlich nur als Zweitwagen.

Politik will mit aller Macht E-Autos

Das Elektrofahrzeug ist die Zukunft des Straßenverkehrs, so lautet der politische Wille, der wenig mit Vernunft zu tun hat. Beim Bürger kommt das nicht gut an. Das Interesse an E-Mobilität ist zwar groß, die Nachfrage jedoch überschaubar. Wer heute ein E-Auto kauft, macht das vor allem deswegen, da er Angst hat, mit einem Benziner oder Diesel bald nicht mehr fahren zu dürfen. Nur wenige kaufen ein E-Auto aus Überzeugung.

Auch Tesla sorgt für Unsicherheit. Niemand weiß, ob das Unternehmen morgen nicht schon pleite ist. Die Führung und Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens steht als Synonym für das gesamte Chaos im E-Markt. Verlässliche Informationen gibt es kaum. Stattdessen muss der Käufer sich mit erheblichen Nachteilen abfinden. Solange das Ganze nicht bereinigt ist, wird das Kaufinteresse nur gering bleiben.

Titelbild: E-Bus-Ladestation in Brüssel; Foto: Jürgen Klute

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