Im nördlichen Teil Griechenlands nahe der Grenze zu Bulgarien und zur Türkei lebt eine Frau, Giota, die sich tagtäglich für das Wohl der streunenden Hunde und Katzen einsetzt. Sie ist arbeitslos und kommt kaum über die Runden. Es geht um ausgesetzte und misshandelt Hunde, die ohne Giota schon längst elendig gestorben wären. Giota wird von Tanya aus Belgien unterstützt. Tanya kümmert sich um die Adoptionen der Tiere und darum, hin und wieder Futter und Material nach Xhanti in Nordgriechenland zu schicken. Beide Frauen können auf keine öffentlichen Beiträge zählen und haben keine Tierschutzorganisation hinter sich. Sie brauchen Hilfe. Hier erfahren Sie mehr über Giota und ihre Schützlinge und wie Sie helfen können – jeder Cent zählt. Unter welchen Bedingungen die Tiere leben müssen und auf welche Weise Giota und Tanya sich abmühen, um den Tieren zu helfen, ist in dem folgenden ausführlichen Artikel beschrieben, der auf den Schilderungen und Informationen von Tanya basiert.

Beitrag von Vesna Caminades

Liebe Leserinnen, liebe Leser, wir haben uns gegenseitig fast einen Monat lang ein glückliches neues Jahr gewünscht. Hoffentlich wird es das auch! Was bedeutet aber im Grunde „glücklich“? Für jeden bedeutet das wohl etwas anderes: Gesundheit, Arbeit, Geld, harmonische Beziehung, Freunde, neue Herausforderungen oder aber simpel und einfach, jeden Tag etwas Futter in der Schüssel und ein paar liebevolle Streicheleinheiten.

Das ist der Wunsch der vielen Hunde, um die sich Giota Saripapazoglou in Griechenland seit einiger Zeit kümmert.

Giota lebt im Norden Griechenlands, in der Stadt Xhanti in der Region Thrakien, nahe der Grenze zur Türkei und zu Bulgarien. Xhanti ist beispielsweise bekannt für seine Universität, Karioka der Schokoladenspezialität mit Nougat und Nüssen und den Orientzigaretten. Es handelt sich um eine Region, wo die wirtschaftlichen Verhältnisse vor allem aufgrund der Finanzkrise eher bescheiden geworden sind. Es gab ein lokales Tierheim in der Nähe der Müllcontainer, aber die lokale Politik konnte im Zuge der Krise kein Geld mehr dafür vorsehen und somit musste die Struktur geschlossen werden. Die Hunde wurden freigesetzt und leben nun in der Nähe der Müllhalde. Es handelte sich nicht um eines jener Tierheime, wo Hunde, innerhalb kurzer Zeit eingeschläfert wurden. Doch wenn sie zu lange blieben, dann mussten sie die freiwilligen Helfer in die Berge bringen und dort lassen. Natürlich starben viele Hunde an Krankheit, Kälte und vor allem Futter- und Wassermangel, da sie nicht für sich selbst sorgen konnten. Giota hat oft versucht, hinterher zu fahren, um diese Hunde aufzunehmen und zu retten. Doch leider konnte sie nicht alle zurückbringen. Sie rettet in wenigen Worten jene Hunde, die vom ehemaligen Tierheim freigesetzt wurden, ohne auf öffentliche Unterstützung zählen zu können. Die dortige Bevölkerung kümmert sich übrigens nicht übermäßig um streunende Hunde. Es kommt so weit, dass Hunde manchmal nicht nur ausgesetzt, sondern auch lebendig begraben oder verbrannt werden.

Tanya Jansegers, eine Frau, die in Belgien lebt und als Freiwillige Giota unterstützt, hat mir erzählt, dass Giota arbeitslos ist und all ihre Ersparnisse zum Wohle dieser Hunde verwendet. Sie kann jedoch bei aller Tierliebe keine Wunder ohne finanzielle und professionelle Hilfe von außen vollbringen.

Foto: privat

In Xhanti gibt es zum Beispiel kein offizielles Programm, um Streunerhunde und -katzen zu sterilisieren, was bereits ein enorm wichtiger Schritt wäre, um diese Misere ohne Gewalt zu beenden. Außerdem bräuchte es eine Sensibilisierungskampagne für die örtliche Bevölkerung, um zu erklären, dass man „Streuner“ nicht einfach vergiften oder verbrennen muss, um „sie los zu werden“, sondern dass es von Grund auf andere Methoden gibt, wie eben die Sterilisation, um deren Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Das sind Dinge, die für uns logisch klingen, die aber in Xhanti eine Revolution darstellen würden. Allerdings sollten auch Strafen für diejenigen Menschen vorgesehen werden, die Tiere misshandeln und foltern.

Giota ist eine Tierschützerin ohne eine Organisation hinter sich. Das bedeutet, es ist für sie enorm schwierig, finanzielle Unterstützung zu bekommen, aber auch neben der täglichen Arbeit mit ihren Streunern noch die Zeit zu finden, um eine Facebook oder Webseite zu verwalten, um News über die einzelnen Hunde zu posten, damit sie womöglich adoptiert werden. Giota benötigt sehr einfaches Material wie Futter, Schüsseln, Medizinen, Decken, Körbe, Leinen, usw. Tanya, die in Antwerpen lebt, hilft Giota, wie es nur geht, doch auch sie ist eine „Einzelkämpferin“, ohne jegliche Organisation hinter sich. Sie hat bereits zweimal auf eigene Kosten gespendetes Material und Futtersäcke nach Xhanti geschickt, aber das ist sehr teuer.  Außerdem ist es gar nicht einfach, solche Sammelaktionen zu starten.

Allerdings sind Tanya und Giota so organisiert, dass der lokale Tierarzt im Fall einer Adoption, den nötigen Papierkram inklusive Impfungen erledigen kann. Das hier ist die Webseite, die von Tanya in Belgien erstellt wurde. Sie ist nur auf Niederländisch, doch die Nachricht ist sehr klar. Giota bietet in der eigenen Wohnung derzeit 15 Hunden und 8 Katzen Unterkunft, kümmert sich noch um weitere Tiere nahe der Müllhalde und kann wie gesagt, nicht auf öffentliche Unterstützung zählen. Hier der Link.

Wie kann man konkret helfen? Auf der Webseite sind die notwendigen Informationen angeführt, um Hilfe zu bieten. Was meines Erachtens notwendig ist bzw. getan werden kann, ist folgendes:

  • Sammlung von Material wie Decken, Schüsseln, Leinen und Hundehütten
  • Versand nach Xhanti zwei-dreimal pro Jahr
  • Virtuelle oder konkrete Adoption eines Vierbeiners
  • Verwaltungstechnische Hilfe mit der Webseite (Übersetzung ins Englische), Infos zu den Hunden, Beantworten von etwaigen Anfragen
  • Geld für Futter und medizinischer Behandlung (laut Angaben auf der Webseite kostet ein Futtersack für Hunde 20 EURO); Giota sucht 15 Personen, die pro Monat 5 EUR spenden oder 30 Personen, die 2,50 EUR spenden
  • Geld und Organisation von Sensibilisierungskampagnen
  • Finanzielle Mittel und professionelle Unterstützung von freiwilligen Tierärzten, um eine oder mehrere Sterilisierungskampagnen durchzuführen

Leider entpuppt sich das Transportieren von adoptierten Hunden, von Xhanti nach Belgien oder aber Deutschland und Niederlanden, als sehr schwierig und teuer – doch es ist machbar. Daher suchen Tanya und Giota nicht nur finanzielle Unterstützung, aber auch praktische Hilfe, um dies zu einer gut funktionierenden und reibungslosen Routine zu machen.

Besonders machen sich beide Frauen um die angefahrenen und sonst irgendwie verletzten Tiere Sorgen. Diese finden nicht so leicht ein Zuhause. Sie werden dieses Bild auf deren Webseite sehen, ich liebe es:

Foto: privat

Hier einige Minuten zum Überlegen und einfach Genießen (bitte anklicken)!

Giota’s Traum? Eine eigene Struktur, ein kleines bescheidenes Tierheim, wo sie noch mehr Streuner aufnehmen kann, um sich um sie zu kümmern. Bei ihr daheim, wird es langsam eng. Doch sie gibt nicht auf, daher habe ich sie auch „Don Quichotta“ der Müllhunde genannt. Sie ist tapfer und kämpft Tag für Tag um ihre Vierbeiner. Als IAMA will ich einen Aufruf starten und Sie Leserinnen und Leser bitten, in dieser Situation zu helfen, damit Giota nicht gegen Windmühlen kämpfen muss.

Jede kleinste Geste macht einen Unterschied: Eine einmalige Spende ist super, regelmäßig ist noch besser, denn das gibt Giota eine bestimmte Gewissheit. Ich habe es kurz nachgerechnet und 2,50 EUR entsprächen 0,08 Cents pro Tag und 5 EUR 0,16 Cents pro Tag! Ein kleiner monatlicher Betrag, der das Leben eines dieser Hunde radikal ändern kann.

Sie können aber auch diese Geschichte mit Ihren Bekannten teilen, vielleicht kennen diese Tierärzte, die bereit wären, Giota unter die Arme zu greifen. Vielleicht fühlen Sie sich aber auch bereit, eine Sammlung von Futter und nützlichem Material für die Katzen und Hunde zu organisieren, Dinge, die man nach Xhanti schicken kann.

Ich wollte diese Geschichte, auf die ich dank eines Bekannten aufmerksam gemacht wurde, unbedingt mit Ihnen teilen. Das sehe ich auch als Aufgabe von IAMA. Sie fragen sich sicherlich, wie kann ich wissen, ob das alles stimmt. Ob es diese Person überhaupt gibt?  Ob sie sich wirklich um die Hunde kümmert, oder das Geld nicht einfach einsteckt? Ich hatte Kontakt mit Tanya und werde auch Giota kontaktieren. Auch habe ich in Facebook diese Seite gefunden, welche doch sehr aufschlussreich ist „New England helps Greek Stray Dogs“ von März 2016. Es handelt sich um eine Gruppe von Freiwilligen, die dafür werben, griechische Hunde in den Vereinigten Staaten zu adoptieren.

Tanya Jansegers und Johan Keyen | Foto: privat

Hier ein weiterer Artikel zu einer anderen ähnlichen Situation immer in Griechenland, wo Hunde zunehmend ausgesetzt wurden, da sich viele Besitzer im Zuge der Finanzkrise kein Haustier mehr leisten konnten.

Eigentlich reicht mir das, was ich bisher gehört und gelesen habe, um überzeugt zu sein, dass ich irgendwie helfen will. Der erste Schritt für mich ist ein Artikel dazu, um die Geschichte bekannt zu machen – sie lesen ihn gerade (eine englische Version davon wird es auf der Facebook-Seite von IAMA geben)! Weiters werde ich den Text der Webseite ins Englische (möglichst auch ins Deutsche und Französische) übersetzen, damit dann hoffentlich ein größerer Interessentenkreis angesprochen werden kann.

Was Sie konkret tun können, ist schon wie gesagt, dass Sie sich bitte die Felis et Canis-Webseite anschauen und diese an Bekannte weiterschicken.

Vielleicht gibt es jemanden, der gerne einen Vierbeiner adoptieren oder auf irgendeine andere Weise mithelfen möchte. Sollten Sie allerdings weitere Ideen haben, dann bitte schreiben Sie mir iama4iwannaknow@gmail.com oder felisetcanis@outlook.com (an diese Adresse bitte am besten auf Englisch, da Sie Tanya Jansegers direkt kontaktieren).

Ein großes Dankeschön für alles was Sie tun werden! Geld oder nicht Geld, jede Hilfe ist willkommen. Was uns womöglich nur als eine kleine Geste erscheint, kann für einen Vierbeiner das ganze Leben auf den Kopf stellen und wunderbar verändern! Let’s do it! IAMA

Hier die Daten, um Geld zu spenden:

Dies ist der Weg über Paypal felisetcanis@outlook.com und hier die klassische Überweisung an „Felis et Canis“ IBAN  BE58 0635 5822 9779 (BIC: GKCCBEBB)

Titelbild: Dog | Laurel F CC BY-SA 2.0 via FlickR

Wer Fragen oder Anregungen zu diesem Thema an Vesna Caminades hat, kann sich unter dieser E-Mail-Adresse an sie wenden: iama4iwannaknow |et| gmail.com oder Mobile Phone +32488617321.

Zu den weiteren Artikeln von Vesna Caminades zum Thema Tierschutz und Tierrechte bitte hier klicken!

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