DEKRA steht ursprünglich für Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein e.V. Gegründet wurde er 1925 in Berlin. Heute steht DEKRA aber auch für DEKRA SE, eine hundertprozentige Tochter des DEKRA e.V. und eine der weltweit führenden Expertenorganisationen für Kraftfahrzeugsicherheit und -technik. Von daher ist es nicht überraschend, dass DEKRA sich auch mit dem Thema Verkehrswende befasst.

Da passt es, dass DEKRA im März 2023 zusammen mit dem bayrischen Autokonzern BMW in der Bayrischen Landesvertretung bei der EU im Schatten des Gebäudes des Europäischen Parlaments eine Veranstaltung zum Thema Wasserstoffwirtschaft und Dekarbonisierung durchgeführt hat. Während der größere Teil der EU-Mitgliedsländer auf Elektromobilität setzt, setzt die deutsche Automobilindustrie eher auf Wasserstofftechnologie und Brennstoffzellen, was kürzlich zu einem Eklat auf EU-Ebene geführt hat, da die Bundesregierung entgegen ursprünglicher Zusagen dem Aus von Verbrennungsmotoren ab 2035 dann doch nicht zustimmen wollte, um der Wasserstofftechnologie eine Tür offen zu halten für die Zeit nach 2035.

Wasserstoff kann einerseits genutzt werden für die Produktion von so genannten E-Fuels, also Kraftstoffen, die nicht aus Erdöl hergestellt werden und deshalb weniger klimaschädlich sind. Die Hoffnung der Verfechter dieser Technologie ist, dass Autos weiterhin mit den klassischen Verbrennungsmotoren betrieben werden können. Wasserstoff bietet aber noch eine andere Möglichkeit. Zusammen mit einer so genannten Brennstoffzelle kann Wasserstoff in Strom umgewandelt werden. In Autos eingebaut könnten Brennstoffzellen die für Elektromotoren erforderlichen Batterien ersetzen.

In der Veranstaltung in der Bayrischen Landesvertretung ging es vor allem um die Brennstoffzellenvariante. BMW hatte sein Modell BMW iX5 Hydrogen dort vorgestellt als Beispiel für die sogenannte Brennstoffzellentechnologie (Video: Jürgen Guldner [BMW] – DE). Aus Sicht des Autokonzerns lässt sich so das Nachladen mit Kraftstoff beschleunigen. Das Betanken eines Autos mit Wasserstoff zur Versorgung der Brennstoffzelle dauert ähnlich lang wie das Nachfüllen fossiler Kraftstoffe und erfolgt damit deutlich schneller als der Nachladen von Batterien.

DEKRA war durch ihren CEO Stan Zurkiewicz (siehe Foto) auf der Konferenz vertreten. Er verwies auf die langjährige Partnerschaft mit BMW und will diese auch zukünftig fortsetzen. Es geht dabei vor allem um die Zusammenarbeit bei der Energieverbrauchsmessung zukunftsweisender Fahrzeuge. Beide – DEKRA und BMW – sehen die Wasserstofftechnologie als einen wichtigen Beitrag zur Re-Industrialisierung der EU und hoffen darauf, dass die EU diesen Ansatz unterstützen wird. (Video: Stan Zurkiewicz [DEKRA] im Gespräch mit Jürgen Guldner [BMW Group] – EN)

Dass Wasserstoff im Rahmen der Energie- und Verkehrswende eine Rolle spielen wird, ist zwar weitgehend unbestritten, ob er aber je ausreichend und zu erschwinglichen Preisen für den Individualverkehr zur Verfügung stehen wird, ist hingegen unter Fachleuten strittig. Ebenso stellt sich die Frage, ob eine Verkehrswende nicht mehr umfassen muss als allein den Austausch der Antriebsarten.

Bereits in der zweiten Februarhälfte 2023, so teilte DEKRA weiter mit, fand in Genf die 85. Sitzung des Binnenverkehrsausschusses (ITC), der Plattform der Vereinten Nationen (UNO) für den Landverkehr statt. In diesem Jahr nahm laut einer Mitteilung auch die DEKRA an diesem Treffen teil.

Der ITC soll dazu beitragen, globale und regionale Bedürfnisse im Landverkehr effizient zu erfüllen. In den letzten 75 Jahren hat der ITC zusammen mit seinen nachgeordneten Gremien ein zwischenstaatliches Forum geschaffen, in dem die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) und die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen zusammenkommen, um Instrumente für die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu entwickeln und internationale Rechtsinstrumente für den Landverkehr auszuhandeln und anzunehmen. Diese Rechtsinstrumente, betont DEKRA, gelten als unerlässlich für die Entwicklung effizienter, harmonisierter und integrierter, sicherer und nachhaltiger Landverkehrssysteme.

Die diesjährige Tagung, so teilte DEKRA weiter mit, konzentrierte sich auf die Rolle, die der Landverkehrssektor bei der Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen und der Verringerung der Umweltauswirkungen spielt. Christoph Nolte, Head of Vehicle Inspection Service Division und Executive Vice President DEKRA SE, trug mit einen Vortrag über die Manipulation des SCR-Systems zu der Konferenz bei und beleuchtete dabei die Aktivitäten von DEKRA im Bereich der Abgasuntersuchung (zum Beitrag von Ch. Nolte bitte hier klicken – EN).

Darüber hinaus, ergänzt DEKRA, gab es einen Meinungsaustausch mit François E. Guichard, Sekretär der Working Party on Automated/Autonomous and Connected Vehicles UNECE, über automatisierte bzw. selbststeuernde Fahrzeuge und die Digitalisierung im Automobilverkehr.” (Video: François E. Guichard [UNECE] im Gespräch Hadrien Therond [DEKRA] – EN)

Abschließend hatte Oliver Deiters  (siehe Foto unten), Head of Global External Affairs and Public Policy von DEKRA e.V./SE, noch die Möglichkeit, ein Interview mit Olga Algayerova (siehe Foto unten), Executive Secretary der UNECE, zu führen, dessen Aufzeichnung im folgenden wiedergegeben wird (zum Interview bitte auf das Foto klicken).

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Zur Debatte um E-Fuels

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Titelbild / Fotos: Alexander Louvet

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