Von Jürgen Klute

In der zweiten Februarhälfte 2026 hat sich der us-amerikanische Botschafter in Belgien, Bill White, einen rüpelhaften Konflikt mit der belgischen Regierung geleistet. Anlass des diplomatischen Streites war eine juristische Auseinandersetzung um jüdische Beschneidungspraktiken in Antwerpen. Beschneidungen sind in Belgien grundsätzlich zugelassen, sie müssen allerdings durch medizinisch qualifizierte Personen und unter üblichen medizinischen Hygienebedingungen erfolgen. Drei jüdischen Beschneidern in Antwerpen wird vorgeworfen, diese Regeln missachtet zu haben. Dementsprechend hat die Staatsanwaltschaft in Antwerpen ein Ermittlungsverfahren gegen sie eröffnet. Der amerikanische Botschafter nutze diesen Konflikt, um Druck auf die belgische Regierung auszuüben, das Ermittlungsverfahren zu stoppen, was im Widerspruch zu den Prinzipien eines demokratischen Rechtsstaates mit Gewaltenteilung steht. Auf auf dem deutschsprachigen Expat-Newsportal Belgieninfo haben Jürgen Klute und Michael Stabenow in insgesamt vier Beiträgen diesen Konflikt auf der Grundlage der Berichterstattung verschiedener belgischer Zeitungen nachgezeichnet und analysiert. Diese Berichte sind zum einen interessant, weil sie aufzeigen, wie die us-amerikanische Regierung ihre neue nationale Sicherheitsstrategie gegenüber EU-Mitgliedsstaaten umsetzt, um die EU zu destabilisieren. Zum anderen zeigen die Beiträge, wie sich die belgische Regierung und auch die belgische mediale Öffentlichkeit erfolgreich gegen die Einmischungsversuche des amerikanischen Botschaft zur Wehr gesetzt haben.

Hier geht es zu den vier Beiträgen:

Titelbild: Gerechtshof-Antwerpen; Foto: ArcheoNet Vlaanderen CC BY-NC-SA 2.0 DEED via FlickR

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