„Theresa May would go to war to protect Gibraltar. – Theresa May würde in den Krieg ziehen, um Gibraltar zu schützen.“ Mit diesem Satz zitiert die Online-Ausgabe des Guardian vom 2. April 2017 den früheren Vorsitzenden der britischen Konservativen, Michael Howard. In seinem Statement unterstellt Howard, dass May im Blick auf Gibraltar nicht anders handeln würde als Margaret Thatcher 1982 im Blick auf die Falklandinseln. Thatcher verteidigte seinerzeit (April bis Juni 1982) mit Waffengewalt die Falklandinseln erfolgreich gegen den Versuch Argentiniens, die vor der argentinischen Küste gelegenen Inseln einzunehmen.

100 Ton Gun, Gibraltar | Foto: David Stanley (unter CC-Lizenz, via FlickR)

Dass es wegen Gibraltar zwischen Spanien und Großbritannien zu einem Waffengang kommt, ist höchst unwahrscheinlich.

Dennoch sollte diese Äußerung zu denken geben. Zeigt sie doch, dass ein friedliches auf politischen Interessenausgleich zielendes Europa keineswegs naturgesetzlich verankert ist. Die europäische Friedensordnung ist eine kulturelle Errungenschaft und als solche durchaus brüchig, wie alle kulturellen Errungenschaften. Nur wenn sie kontinuierlich verteidigt und ausgebaut wird und wenn sie im politischen Bewusstsein als etwas verteidigungswürdiges präsent ist, hat sie Bestand.

Die Äußerung von Michael Howard ruft in Erinnerung, wie brandgefährlich es werden kann, wenn man Europa den Nationalisten überlässt. Was gegenwärtig noch als unwahrscheinlich gelten kann, das kann in einem re-nationalisierten Europa allerdings ganz anders aussehen. Darauf deutet das Statement von Michael Howard allemal hin.


Titelfoto: Gibraltar Baby Monkey | Nemodus photos CC BY-NC-ND 2.0

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