Code Rouge ist eine in Belgien aktive Organisation, die sich für Klimaschutz einsetzt, die sich selbst als eine Bewegung des zivilen Ungehorsams beschreibt. Der Name lehnt sich an an die höchste Warnstufe des Königlichen Meteorologischen Instituts (IRM) in Belgien, die ausgelöst wird, wenn in einer der Provinzen Belgiens extrem hohe Temperaturen – aktuell ab 40°C – vorhergesagt werden.

Für das letzte Juni-Wochenende 2026 hatte die Organisation zu einer Kampagne zivilen Ungehorsams gegen die Tech-Branche aufgerufen gehabt. Code Rouge hatte die Aktion als „festliche Besetzung“, bei der Musik und verschiedene Redner auf dem Programm stehen sollten, angekündigt.

Der Fotograf „jongstebrusselaar“ hat diese Aktion mit seiner Kamera dokumentiert. Einige seiner Fotos finden sich in der Galerie unten.

Als Begründung für die „festliche Besetzung“ nannte Code Rouge in einer zuvor veröffentlichten Pressemitteilung, Unternehmen und Infrastruktur ins Visier nehmen zu wollen, die den Technofaschismus förderten. So wirft die Bewegung der Tech-Branche vor, mit der Rüstungsindustrie und Staaten zusammenzuarbeiten, die in gewalttätige Konflikte verwickelt seien – darunter, so heißt es in der Pressemeldung, auch der Völkermord in Gaza. Weiterhin weist die Organisation darauf hin, dass Algorithmen für Waffensysteme, Massenüberwachung und die autoritäre Unterdrückung unter anderem von Migrant*innen, rassifizierten Gemeinschaften, Trans-Personen und Antikriegsaktivist*innen eingesetzt werden. Die Algorithmen, argumentiert die Organisation weiter, seien durch den Diebstahl geistigen Eigentums und die Ausbeutung von Niedriglohnarbeitern im Globalen Süden entstanden. Darüber hinaus spielten sie eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung rassistischer, sexistischer und antidemokratischer Ideen.

Neben den sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Digitalisierung richtet Code Rouge den Blick auch auf deren ökologische Auswirkungen. Die physische Infrastruktur, die für die aktuellen Entwicklungen der digitalen Technologie erforderlich sei – wie Rechenzentren, Unterseekabel, Satelliten und Sendemasten –, verbrauche astronomische Mengen an Energie und Wasser. Dies beschleunige die Energiekrise und belastet den lokalen Grundwasserspiegel sowie die lokalen Gemeinschaften, erklärt die Organisation in ihrer Pressemitteilung.

Darüber hinaus würden im Globalen Süden enorme Mengen seltener Mineralien für Batterien, Server und alle Arten von Elektronik abgebaut. Dies gehe mit Kinderarbeit, gefährlichen Arbeitsbedingungen und Umweltzerstörung einher. All dies stelle eine direkte Bedrohung für die Menschen und den Planeten dar, von der nur Tech-Milliardäre durch Gewinnmaximierung profitierten, heißt es in der Pressemeldung weiter.

Code Rouge kritisiert aber nicht nur die aktuelle Entwicklung, sondern präsentiert Alternativen, nämlich eine demokratische Technologie, die mit Fokus auf die Gemeinschaft entwickelt wird und bei der die Schaffung von Arbeitsplätzen, Fürsorge und die Wiederherstellung von Ökosystemen Vorrang vor der Gewinnmaximierung für CEOs und Aktionäre haben soll. Code Rouge setzt sich daher für eine radikale Demokratisierung der Technologie und eine Neuausrichtung der technologischen Entwicklung ein.

Fotogalerie:

Alle Fotos: © jongstebrusselaar

Titelbild: © jongstebrusselaar

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