Jürgen Klute

Die Konferenz zur Zukunft Europas (#CoFoE) nähert sich der Zielgeraden: Für den 22. bis 24. April 2022 ist das Abschlussplenum geplant.

Die Initiative MeetEU hat das zum Anlass genommen, in der Abschlussphase dieses von der Europäischen Union angestoßenen Demokratie-Experiments ganz besonders junge Menschen anzusprechen, sich an der europäischen Zukunftskonferenz zu beteiligen. Das macht Sinn. Denn die Zukunft der EU wird einen zentralen Einfluss auf die zukünftigen politischen Lebensbedingungen der heute jungen Generation haben. Deshalb sollten sie die Chance ergreifen, sich an dieser Debatte um die Zukunft der EU aktiv zu beteiligen. Die Zielgruppe der Kampagne von MeetEU sind deshalb Schülerinnen und Schüler sowie Studierende.

Die Initiatoren der Konferenz zur Zukunft Europas – also die Europäische Kommission in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union – haben bewusst Möglichkeiten zu einer breiten Beteiligung vorgesehen. Neben den Bürgerinnen-Foren zu ganz unterschiedlichen Themen, an denen insgesamt 800 geloste Bürgerinnen und Bürger der EU teilnehmen, und den Plenarversammlungen, an denen neben Bürgervertretrinnen auch Vertreterinnen politische Institution der EU und der Mitgliedsstaaten teilnehmen, gibt es noch eine dritte Säule: Die digitale Plattform. Darüber können sich alle BügerInnen der EU an der Konferenz mit eigenen Vorschlägen beteiligen.

Die verbleibende Zeit, sich in die Diskussionen einzubringen, ist knapp. Deshalb haben sich MeetEU etwas einfallen lassen. In einem Gespräch mit Europablog haben Tina Loehr (Mitbegründerin und Projektkoordinatorin von MeetEU) und Moritz Wille (Projekt- und Veranstaltungkoordinator von MeetEU) erzählt, wie sich Schulen ohne zusätzlichem Aufwand mit Vorschlägen an der Konferenz beteiligen können.

Das Thema Europäische Union taucht in verschiedenen Unterrichtsfächern auf. Schüler und Schülerinnen müssen sich also mit der EU auseinandersetzen. Lehrerinnen und Lehrer haben dieses Thema somit auch in ihren Unterrichtsplänen längst eingebaut. Es wäre also höchstens eine kleine Akzentverschiebung im ehe geplanten Unterricht erforderlich. Nämlich in der Form, dass Schülerinnen und Schüler im Rahmen des vorgesehen Unterrichts zum Thema EU Vorstellungen entwickeln, wie sie sich die Zukunft der Europäischen Union vorstellen, was anders und neu machen würden.

Die Ideen, die Schülerinnen und Schüler zusammentragen, können sie dann über die dritte Säule – also über die digitale Plattform – in die Konferenz zur Zukunft der EU einbringen.

Tina Loehr und Moritz Wille hoffen, dass möglichst viele Schulen – nicht nur in der Bundesrepublik – dieses Chance zur Beteiligung an diesem einmaligen europäischen Demokratieexperiment nutzen und damit dann auch die Stimmen der jungen Menschen zu Gehör bringen.

Auf ihrer Webseite hat die Initiative MeetEU ein Toolkit für Lehrkräfte zusammengestellt, um die Beteiligung an der Konferenz so einfach wie möglich zu machen.

Die Initiative MeetEU ist ein Projekt von engagierten Bürgerinnen und Bürgen verschiedener Altersgruppen. Eine formale Struktur hat die Initiative bisher nicht. Aber sie steht unter der Schirmherrschaft des früheren belgische Premierminister und heutige MdEP und Co-Vorsitzender der Konferenz zur Zukunft Europas Guy Verhofstadt. Neben diesem speziellen Projekt organisiert MeetEU regelmäßig Diskussionsrunden zur EU, u.a. mit Europaabgeordneten. Die Diskussionsrunden sind länderübergreifend und finden in englischer Sprache statt. Zudem bemühen sich MeetEU um einen Austausch zwischen deutschen und französischen Schulen.

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Titelbild: privat

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