Von Frederik D. Tunnat

Heute, am 5. Januar 2024 sind es noch ganze zehn Monate, bis in den USA ein neuer Präsident gewählt wird. Doch die sich gegenseitig paralysierende Bundesregierung der Ampel-Koalition tut so, als ginge sie das alles nichts an, als hätten die Ergebnisse dieser Wahl keine tiefgreifenden, umwälzenden, ja geradezu existentielle Auswirkungen auf die Bundesrepublik.

Dabei steht nicht mehr und nicht weniger als die Existenzgrundlage Deutschlands, wie sie 1949 von den USA vorgegeben und durchgesetzt wurde, auf dem Spiel. Die Basis, auf der das wirtschaftlich erfolgreiche Modell der Bundesrepublik binnen der letzten 75 Jahre, oder anders ausgedrückt während drei Vierteln eines Jahrhunderts, aufgebaut ist, nämlich die transatlantische Bindung mit dem dafür über uns aufgespanntem Atomschutzschild der USA, sowie die militärische Protektion durch die Nato, stehen an besagtem 5. November 2024 zur Disposition.

Man sollte meinen, ein derartiges Szenario müsse einer Bundesregierung, speziell aber dem, die Richtlinien der Politik bestimmenden Bundeskanzler schlaflose Nächte bereiten und dazu animieren, Vorsorge gegen den Worst Case, die schlimmst zu erwartenden Auswirkungen vorzubereiten. Doch weit gefehlt. Kanzler Olaf Scholz gibt weiterhin die Angela Merkel doublende buddahafte Sphinx, denn sich um das zu kümmern, wofür ihn wohl ein Teil der Wähler gewählt hat: Führung zeigen. Scholz Werbeslogan: „Wer bei mir Führung bestellt, der bekommt sie“, erweist sich als haltloser Rohrkrepierer. Der Mann sonnt sich dermaßen darin, es durch politische Tricks geschafft zu haben, Kanzler zu werden, wie Donald Trump in seinem Solarium, dass er gar nicht kapiert, dass das Amt eines Kanzlers mit der Verantwortung zum Handeln und zur Schadensabwendung verbunden ist.

Dergestalt vom Kanzler und seinen sich gegenseitig beharkenden statt gemeinsam regierenden Ampel-Ministern eingelullt, gibt sich Deutschland und seine Multikulti-Gesellschaft lieber, die Straßen beklebend, seinen geplatzten Träumen von Energiewende und antisemitischer Moral hin, denn sich um die gellenden Schreie Kassandras zu kümmern, die das mit Bürgergeld zugepflasterte Wolkenkuckucksheim Bundesrepublik der kalten Realität aussetzen werden.

Selbst die deutschen Medien sind nur äußerst sporadisch und in Einzelfällen bereit, sich von Kassandras Rufen vor dem existentiellen Grauen, das nach dem 5. November über uns kommen kann, zu aufrüttelnden oder aufklärenden Artikeln verleiten zu lassen. Christoph von Marschall etwa, der im Tagesspiegel vor fünf Monaten schrieb: „Für die Bundesregierung müsste dies Grund genug sein, sich darauf vorzubereiten und Strategien zu entwickeln, wie sie in einer zweiten Amtszeit Trump die deutschen Interessen wahren kann … Deutschland flüchtet sich auch hier ins Verdrängen und Hoffen, dass es schon nicht so schlimm kommen werde … Was unter einem Präsidenten Trump droht, hat seine erste Amtszeit gezeigt. Er hält die Nato für obsolet“.

Sogar der Bayerische Rundfunk sah sich bemüßigt, zu schreiben: “Müssen Trumps autoritäre Neigung sehr ernst nehmen”. Auch das Handelsblatt fürchtet: „Eine Trump-Diktatur wird zum realen Risiko“.

Doch Kanzler und Regierung ficht das nicht an. Man befasst sich in Regierungskreisen lieber mit der Frage, wie man es zuwege bringt, die restliche Legislaturperiode halbwegs zu überstehen, ohne von der AfD-Stimmung im Land, noch im Laufe dieses Jahres, bevor die Wahl Trumps zum Diktator der USA überhaupt ansteht, aus dem Amt gefegt zu werden, und so um Teile der späteren exorbitant hohen Altersruhegelder gebracht zu werden. Man ist sich selbst schließlich am nächsten, und überhaupt, heißt es nicht: „Nach uns die Sintflut“?

Das dürfte die nachträglich vorweggenommene Bewertung dieser missratenen, unfähigen Bundesregierung sein: Nach uns die Sintflut. Bei Schulden, bei der Energiewende, bei der Politik gegenüber Russland, China, den USA, der EU, Frankreich, Polen etc. … nach uns die Sintflut! Die AfD wird’s schon richten.

Zumindest hätte ein AfD Kanzler, als Nachfolger des Möchtegern-Kanzlers Scholz, einen unschätzbaren Vorteil auf seiner Seite: Er wäre gut Freund mit Diktator Trump, mit Diktator Putin und mit Diktator Xi Jinping, also im Grunde genommen dem führenden Triumvirat der ab 2025 die Welt beherrschenden mafiosen Politiker aus der skrupellosen Fraktion, in die es die AfD qua faschistischer DNA hineinzieht.

Ich frage mich, womit und wie es gelingen könnte, nicht nur meine Landsleute, die Bundesbürger, sowie die Bundesregierung und die maßgeblichen Politiker von der dringlichen Notwendigkeit zu überzeugen, sich sehr schnell, sehr konkret und gezielt auf das schlimmstmögliche Szenario vorzubereiten, das spätestens ab dem 5. Januar 2025, also in genau einem Jahr, nicht bloß aus den USA, sondern auch aus Russland und China über uns kommen wird?

Würde es helfen, die aufrüttelnden Artikel der Auslandspresse zu übersetzen, die längst sehr konkret und sehr detailliert durchspielen, was wie auf uns zukommt, falls Donald Trump als erster Diktator der USA ins Weiße Haus zurückkehrt? In dem Zusammenhang kann ich Jedermann und Jederfrau nur dringend empfehlen, sich einmal durch die Sonderthema-Artikel in „The Atlantic“ zu lesen. Die fragen zum Beispiel: Wie Trumps zweite Amtszeit aussehen wird, Wie und warum Trump die Nato aufgibt, die Gefahr die von einem Diktator Trump für die Welt ausgeht, und ob es Möglichkeiten gibt, ihn zu stoppen oder zu verhindern.

Diese Fragen lasten nicht nur den Autoren von „The Atlantic“ auf der Seele; sie treiben auch die arme Kassandra um, die ja aus den weit zurückliegenden Zeiten von Troja weiß, dass sie zwar mit ihren unheilvollen Prophezeiungen immer und in allem richtig lag, bloß wegen der Manipulation durch die Götter, nahm sie niemand ernst, erst als es zu spät war und Troja in Schutt und Asche lag.

Eventuell ist es an der Zeit, die Kassandrarufe mit Bezug auf Trump endlich ernst zu nehmen, auch und gerade in Ampel-Deutschland, im gigantisch riesigen Kanzleramt, das eigentlich nicht dazu gebaut und mit Unmengen von Beamten bevölkert wurde, um Kohle zu kassieren und nichts zu tun, sondern um Schaden vom Volk und dem Land abzuwenden. Das kann man nicht, indem man den Kopf in den Sand steckt, noch indem man sich weigert, das zu tun, wofür man im Amt ist und bezahlt wird.

Ich wünschte mir, aktuell wäre ein Macher vom Schlage Helmut Schmidt im Kanzleramt, dann würde mir beim Gedanken an Deutschland nicht ständig Heinrich Heine einfallen, der im Pariser Exil wegen der Ängste und Sorgen, die er sich um seine Heimat machte, keinen Schlaf fand: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um meinen Schlaf gebracht“. Aktuell, wie vor knapp 200 Jahren! Doch aktuell lässt eher Kassandra denn Heine grüßen.

Titelbild: The Capitol / Washington D.C. by Chris Gladis CC BY-ND DEED 2.0 via FlickR

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