LINKE im Europäischen Parlament fordert europaweites Fair-Work-Siegel für Kulturproduzent:innen!

Die Situation von Künstlern und Künstlerinnen aber auch anderer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Kultur- und Kreativbereich ist oft prekär. Das heißt nicht allein, dass die Honorare und Löhne oft nicht ausreichend sind, auch Verträge sind oft befristet und Interessenvertretungen, wie Gewerkschaften und Betriebsräte in der Industrie oder Personalräte sind ebenfalls eher die Ausnahme im Kultur- und Kreativsektor. Darum braucht es andere Instrumente, um sicherzustellen, dass Künstlerinnen und Künstler und Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in diesem Sektor verlässlich sozial abgesichert sind einschließlich Krankenversicherung und Altersversorge.

Martina Michels

Martina Michels, Mitglied im Ausschuss für Kultur und Bildung (CULT) des Europäischen Parlaments (EP), hat nun einen Vorschlag vorgelegt, wie die sozialen Interessen der Beschäftigten im Kultur- und Kreativbereich sicher gestellt werden könnten. In der Debatte im EP am 29. Juni 2023 über einen „EU-Rahmen für die soziale und berufliche Situation von Künstlern und Arbeitnehmern in der Kultur- und Kreativbranche“ forderte die Abgeordnete ein Instrument zur Verbesserung der sozialen Lage von Kreativen und Beschäftigten im Kulturbereich.

Um einen EU-weiten Rahmen für bessere Arbeitsbedingungen von Kulturproduzent:innen zu schaffen, schlug sie vor, dass die Kommission die Einführung eines europaweiten ‚Fair-Work-Siegels‘ in der kreativen Branche prüfen solle. Solch ein Siegel ließe sich laut Michels auf alle Konzertangebote, Musiktitel, Computerspiele, Theaterereignisse, Bücher, Ausstellungen usw. vergeben. Die Konsument:innen wüssten dann: Hier werden Kreative gut bezahlt und haben ordentliche Verträge. Solche Siegel, so Michels weiter, gäbe es auch bei Umweltfragen auf Produkten, warum nicht auch bei sozialen Fragen in der kreativen Branche, die besonders von prekärer Arbeit betroffen sei?

Abschließende betonte Michels: „Die prekären Arbeitsverhältnisse der Kreativen dürfen kein Vorbild für eine ungeregelte Arbeitswelt werden. In der Kulturbranche gibt es neben den Kreativen viele Berufsgruppen, die technische, organisatorische, vermittelnde und koordinierende Dienstleistungen für die kreativen Prozesse erbringen, aber nichts mit dem Urheberrecht zu tun haben. Soziale Absicherung und steuerliche Fairness vor allem bei grenzüberschreitendem Arbeiten, die mehr Förderung braucht, gilt für alle Beschäftigten.“

Es ist nun an der EU-Kommission, diesen Vorschlag eines europaweiten “Fair-Work-Siegels” aufzunehmen und umzusetzen.

Titelbild: Pflasterspektakel, Linz (Astria) 2017, by Stadt Linz CC BY 2.0 via FlickR

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