Heute blickt die Welt mit ritueller Bestürzung auf ein Datum, das sich zum 25. Mal jährt: Den 11. September 2001.

Von Frederik D. Tunnat

Wenn im September 2026 Donald Trump diese nationale Tragödie als Bühne für seine rachsüchtige Autokratie missbraucht und den verbliebenen Rest des amerikanischen Rechtsstaates zertrampelt, schließt sich ein mörderischer Kreis. Wir erleben keinen plötzlichen Betriebsunfall der Geschichte. Was wir heute in den USA sehen – die Fratze des blanken Autoritarismus –, ist die konsequente, ungeheuerliche Fortführung einer Entwicklung, deren fatale Saat ich vor genau einem Vierteljahrhundert hautnah miterlebt habe. Als ich die Erlebnisse von 11. bis 14. September in „Toledo – Ein Reisetagebuch“ niederschrieb, erkannte ich die heutigen Menetekel bereits an der Wand. Doch dass die „Vorzeigedemokratie“ der Welt, die USA,  sich derart bereitwillig selbst abschaffen könnten, übersteigt meine damalige Befürchtung.

Ein Freibrief für den Mob, oder als der Patriotismus eine Bestie gebar

Erinnern wir uns an jene Tage im September 2001, als das Land im kollektiven Schock versank. In einer amerikanischen Kleinstadt wurde ich Zeuge einer Szene, die mir den Atem stocken ließ: Ein marodierender, johlender Mob, der sich selbst als „Patrioten“ feierte, jagte arabisch aussehende Menschen durch die Straßen, feuerte Schüsse in die Luft und wollte sie an den nächsten Baum aufknüpfen. Nur das brutale Dazwischengehen eines Marshalls und seiner Hilfssheriffs verhinderte das Schlimmste. Schon damals hielt ich fassungslos in meinem Reisetagebuch fest, zu welch unheilvoller, rassistisch aufgepeitschter Masse eine angestachelte Volksseele überkochen kann.

Heute, im Jahr 2026, ist diese Bestie in den USA kaum mehr im Zaum zu halten. Aus den vereinzelten, schießwütigen Vorstadt-Horden von 2001 ist unter Trump eine permanent mobilisierte, paramilitärische Drohkulisse namens ICE und MAGA geworden. Was George W. Bush als „patriotischen Abwehrkampf“ bemäntelte, hat Trump zur Staatsdoktrin erhoben. Der Mob von heute muss nicht mehr im Verborgenen Menschenhatz betreiben; er sitzt im Kapitol, er besetzt die Gerichte und er wird vom Chefankläger im Weißen Haus persönlich angefeuert und instrumentalisiert. Der Hass von 2001 als Reaktion auf die schrecklichen Terroranschläge war die Blaupause für die ethnischen Säuberungsphantasien und die rücksichtslose Jagd auf Andersdenkende und Einwanderer im Amerika von 2026.

Bushs Sündenfall: Die Kapitulation vor der Tyrannei

Was sich am 14. September 2001 im Flughafen von Detroit vor meinen Augen abspielte, war nichts Geringeres als der moralische Bankrott des Westens. Schwer bewaffnete Militärs stürmten die Hallen; eine namenlose, zynische CIA- und FBI-Einheit exekutierte die totale Willkür. Ich sah zutiefst gedemütigte, verschleierte arabische Frauen und gebrechliche Greise, die sich vor den gaffenden Blicken tausender Passagiere bis auf die Unterwäsche ausziehen mussten. Ihr Hab und Gut wurde wie Dreck auf den Hallenboden geschmissen. Menschen wurden ohne Rechte, ohne Anwalt, ohne Konsularhilfe wie Vieh abtransportiert – nur aufgrund ihres Namens auf einer hastig zusammengeschusterten Liste. Ich schrieb damals voller Zorn: „Ein schrecklicher Terroranschlag, und die Vorzeigedemokratie der Welt vergißt binnen Minuten die verfassungsmäßig verbrieften Rechte ihrer Bürger und der Besucher ihres Landes.“

Es war mir eine unerträgliche Erinnerung an die Methoden der Nationalsozialisten. Und genau hier liegt die direkte, ununterbrochene Linie von George W. Bush zu Donald Trump! Bush Junior war es, der im Namen einer vermeintlichen Sicherheit die Axt an die konstitutionell verbrieften Rechte der US Institutionen legte. Er schuf mit dem Patriot Act und den geheimdienstlichen Exzessen jene totalitären Werkzeuge, die ein skrupelloser Autokrat wie Trump heute umgedeutet missbraucht, um die US Demokratie endgültig zu erwürgen. Bush öffnete 2001 die Büchse der Pandora; Trump hat sich darin inzwischen häuslich eingerichtet. Was 2001 Demokraten weltweit als „Ausnahme“ schockierte, ist 2026 zur totalitären Normalität eines Regimes verkommen, das den Rechtsstaat zutiefst verachtet.

Das Privileg der Willkür: Profiling als Vorbote des Faschismus

Das Absurdeste, das ich damals erlebte, war das sogenannte „Wunder“ unserer eigenen Ausreise. Während unschuldige Muslime seelisch seziert und gedemütigt wurden, wurden meine Begleiterin und ich – trotz Koffern voller zollpflichtiger Waren und technischer Geräte – ohne eine Kontrolle durchgewunken. Warum? Weil wir weiß waren. Weil wir in das rassistische Raster der Sicherheitsorgane passten.

Diese schreiende Ungerechtigkeit, diese eklatante Verletzung der Menschenwürde drehte mir noch beim dritten Whisky über den Wolken den Magen um. Ich spürte: Wenn ein Staat beginnt, Recht und Freiheit nach ethnischer Herkunft zu portionieren, ist er auf dem direkten Weg in den Faschismus.

Im Jahr 2026 erleben wir das Endstadium dieser Krankheit. Das willkürliche Racial Profiling von Detroit im September 2001 ist zur imperialen Herrschaftsmethode mutiert. Trumps Amerika im September 2026 exekutiert genau das im ganz großen Stil: Deportationslager, die Militarisierung der Grenzen und die offene Verachtung internationaler Menschenrechte.

Mein Plädoyer: Wehrt euch – wehren wir uns!

Wir dürfen am 25. Jahrestag von 9/11 nicht schweigen und zur trauernden Tagesordnung für die unzähligen Opfer des Terroranschlags von New York übergehen! Mein Blick zurück nach Detroit 2001 zeigt, dass Tyrannei nicht über Nacht entsteht und über uns kommt. Sie schleicht sich ein, getarnt als Schutzmaßnahme, beklatscht von scheinheiligen Patrioten, legitimiert durch feige Politiker. Wer wie Bush 2001 die Würde von Menschen vollständig opfert, ebnet, wie wir heute feststellen, den Weg in die Diktatur eines Trump 2026.

Deshalb: Mein tiefer Respekt und mein aufrichtiges Gedenken gehört an diesem 25. Jahrestag jedem einzelnen der unschuldigen Opfer der Terroristen des 11. September. Meine Gedanken und Gebete sind bei ihren Angehörigen. Doch gerade weil dieses Leid unermesslich ist, darf dieses Jubiläum für überzeugte Demokraten keine ritualisierte Gedenkstunde sein, nach der wir zur politischen Tagesordnung übergehen.

Indem wir der Opfer gedenken, die durch einen von unmenschlichem Hass verblendeten Terror starben, müssen wir das Maß und die Mittel unserer Reaktion kritisch betrachten. In den USA fiel die Reaktion auf die letzten 25 Jahre gesehen viel zu rabiat, einseitig und letztlich faschistisch aus. Sie darf für uns in Europa niemals als Blaupause dienen.

Im Gegenteil: Dieses Jubiläum muss ein flammender Weckruf sein, die liberale Demokratie mit jedem Atemzug zu verteidigen! Schauen wir genau hin, wie schnell eine Großmacht ihre Seele verliert, wenn sie Angst und Hass schürt. Wie stark diese faschistoide Brühe bereits zu uns herübergeschwappt ist, sehen wir voller Abscheu am Wiedererstarken der Neonazis und dem neuzeitlich verbrämten Faschismus der AfD. Lassen wir nicht zu, dass die Totalitären – weder dort noch hier – das letzte Wort behalten!

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Für diejenigen Leser, die den originalen Text von 2001 in voller Länge lesen möchten, hier der Auszug aus dem Buch „Toledo – Ein Tagebuch“, 2. Aufl. 2015, Edition Vendramin

„Detroit“

Ein anderes Jahr, dasselbe Paar, ein anderer Mietwagen. Als sie sich dem Airport näherten, waren sie nicht sicher, ob und wie sie diesen erreichen würden, und ob ihr Flug planmäßig starten würde.

Drei Tage zuvor, am 11.09.2001, hatte sich der blutige Terroranschlag auf das World Trade

Center ereignet. An jenem Mittwochmorgen waren sie gerade auf dem Highway, östlich von Pittsburgh, unterwegs, Richtung Canton, Stark County, Ohio, als sich, nur Minuten, nachdem sie die Stelle passiert hatten, eines der entführten Flugzeuge eben dort, neben dem Highway in

den Ackerboden grub.

Sie waren weitergefahren, uninformiert, da sie mitgebrachte CDs anhörten, statt die Nachrichten, hatten jedoch bemerkt, dass etwas vor sich ging. Ab ca. 11 Uhr Ortszeit

begannen Amerikaner in den Ortschaften, die sie durchfuhren, plötzlich die amerikanische

Flagge, sowie andere nationale Symbole herauszuhängen oder vor den Hauseingängen zu drapieren.

Zunächst hatte er gemutmaßt, es stünden regionale Wahlen bevor, dann geglaubt, ein

historisches Ereignis regionaler Art würde zelebriert. Erst am Abend, nachdem sie ihr Hotel

erreicht hatten, und an der Rezeption die Breaking News mit entsetzlichen Bildern von den beiden explodierenden Towern des World Trade Center über den Bildschirm flackerten, erfuhren sie, welch furchtbare Dinge sich im Laufe des Tages ereignet hatten, nur rund 600 km entfernt.

Als erste Auswirkung der Terroranschläge schien die Internetabfrage der Kreditkarten nicht mehr zu funktionieren. Alle drei mitgeführten Kreditkarten versagten ihren Dienst an der Rezeption. Bargeld in der nötigen Höhe hatten sie nicht griffbereit. Erst auf dem Weg in ein Restaurant erbarmte sich ein Bankautomat und gab genug Bares via Kreditkarte aus.

Während des Essens kam es zu einem dramatischen Zwischenfall auf der Hauptsraße des kleinen Kaffs, in dem sie sich befanden. Durch die riesigen Fensterflächen des Diners sahen sie plötzlich drei Gestalten rennen, verfolgt von einer johlenden, wild gestikulierenden Meute, aus

deren Reihen zahlreiche Schüsse in die Luft abgefeuert wurden. Bevor der aufgebrachte Mob die flüchtigen Männer erreichte, fuhr mit Blinklicht, lautem Polizeihorn, unter fortwährendem

Hupen ein Polizeiwagen dazwischen, stoppte, und ein großer, beleibter Mann in beiger

Polizeiuniform sprang auf der Beifahrerseite aus dem Wagen, ein Winchester Gewehr im

Anschlag, mit dem er mehrmals erst in die Luft, dann einige Schüsse vor die Füße der Meute feuerte.

Der zweite Polizist hatte inzwischen die fliehenden Männer angehalten und mit gezücktem Revolver gezwungen in den Fond des Polizeiwagens zu steigen. Dann fuhren zwei weitere Polizeiwagen vor, ein Geländewagen und ein weiterer PKW. Insgesamt fünf Polizisten stiegen aus, knieten neben dem schießenden Polizisten nieder, ebenfalls Gewehre im Anschlag, auf

die nur wenige Meter entfernt, inzwischen stehende Meute gerichtet.

Jetzt nahm der beigegekleidete Polizist ein Megaphon und sprach zur Menge. Noch während er sprach, fuhren der Wagen mit den gefangenen Männern und der Geländewagen davon, während die Polizisten die Menge mit ihren Gewehren in Schach hielten. Kurz darauf zerstreute sich die Menge, die restlichen Polizisten rückten ab bzw. fuhren zur Wache zurück.

Der Kellner, den sie befragten, meinte, „A few Arab or arab-looking people were hunted by

the Patriots of our town. They wanted them to hang on a tree, but the Marshall stopped them”

So in etwa die aufgeheizte Stimmung im Land, Stunden nach den Ereignissen des elften September. Insofern war in der Tat nichts klar, als sie am Morgen des Samstag, dem 14.09.2001 , versuchten den Airport von Detroit zu erreichen.

Die Mietwagenflotten stehen kilometerweit außerhalb des Airports, von dort zum Flughafen besteht eine Shuttle-Verbindung. Wider Erwarten erreichten sie den Parkplatz ohne eine Sperre zu passieren, oder sich ausweisen zu müssen. Auch im Shuttlebus keinerlei Kontrolle. Dann, ein paar hundert Meter vor dem Flughafen eine Militärkontrolle, die mit Gewehr im Anschlag die Taxis kontrollierte, ihren Bus jedoch ohne Kontrolle passieren ließ.

Weder der Eingang des Airports, noch die große Schalterhalle bewacht oder kontrolliert. Erst nachdem sie in einer der gewaltigen Schlangen vor ihrem Terminal Aufstellung genommen hatten, stürmte urplötzlich ein Trupp schwer bewaffneter Soldaten herein, postierte sich an den Eingängen und kontrollierte von da ab Jeden der herein oder hinaus wollte. Um die tausenden von Passagieren, die sich Flughafens befanden, im Innern des Flughafens kümmerte sich niemand.

Mit den Soldaten war eine mobile CIA oder FBI Einheit gekommen. Sie trugen keine sichtbaren Abzeichen. Sie nahmen einen der Counter in Besitz, und bezogen davor Stellung. Dann mußten zahllose Passagiere, die auf bestimmte Flüge Richtung Arabien und Asien gebucht waren, die Kontrolle dieser mobilen Einheit durchlaufen. Dabei spielten sich entsetzliche, ungehörige

Szenen ab. Frauen wie Männer mußten sich ohne jeglichen Sichtschutz, darunter auch

verschleierte, arabische Frauen, bis auf ihre Unterwäsche ausziehen. Umringt von den

Sicherheitsbeamten sowie mehreren tausend Passagieren.

Dann erfolgte bei jedem einzelnen Passagier eine Leibesvisitation. Die Koffer der armen Menschen wurden brachial geöffnet, beim Durchstöbern der Koffer wurden die Kleidung und sonstigen Gegenstände wüst herausgeschmissen, einfach auf den Boden der Halle. Es gab

nicht ein Minimum an Diskretion und Privatsphäre für die armen Menschen. Schockiert, in BH und Slip die Frauen, in Unterhose und Unterhemd die Männer, standen die Durchsuchungsopfer den schamlosen Blicken aller anderen Passagiere und der Sicherheitsbeamten ausgeliefert.

Die aus den Koffern geworfenen Gegenstände mischten sich auf dem Boden mit der abgelegten Kleidung, so dass ein entsetzliches Durcheinander entstand und zahlreiche Menschen nicht sämtliche Kleidungsstücke wieder fanden. Einige Personen, vorwiegend Männer, wurden abgeführt. Offensichtlich hatten sie arabische Namen, die auf irgendeiner hastig zusammen geschusterten Liste auftauchten, und nun zu ihrer wahllosen Verhaftung führten, ohne jedliche Belehrung ihrer Rechte, ohne Anwalt, ohne Anrufe bei ihren zuständigen Konsulaten oder Botschaften.

Er fühlte sich an die Methoden der Nazis erinnert. Ein, zugegebenrmaßen schrecklicher Terroranschlag, und die Vorzeigedemokratie der Welt vergißt binnen Minuten, die verfassungsmäßig verbrieften Rechte ihrer Bürger und der Besucher ihres Landes.

Er hatte sich innerlich bereits fest vorgenommen, sich nicht wie ein Stück Vieh, wie ein überführter Verbrecher behandeln zu lassen. Doch dann ereignete sich etwas das an ein

Wunder grenzt. Weder er noch seine Begleiterin wurden aussortiert und gefilzt. Nachdem sie die erste Schlange absolviert hatten, mußten die Passagiere der ersten Air France Maschine, die eine Starterlaubnis nach Paris hatte, wie in einer Prozession an ihrem auf langen Klapptischen liegendem Gepäck vorbeiflanieren. Jeder Passagier hatte seine Gepäckstücke zu zeigen, die daraufhin durchsucht wurden.  

Während des Wartens fiel ihm auf, dass ohne jedes erkennbare Schema verfahren wurde. Einige Personen wurden, nachdem ihr Gepäck geöffnet und durchsucht worden war, ebenfalls gebeten, sich in der Schlange auszuziehen, sprich, alle Kleider herunterzulassen, bis auf Slip und BH. Selbst sehr alte, fast gebrechliche Menschen, Männlein wie Weiblein wurden dabei nicht verschont.

Er hatte sich bereits innerlich äußerst ergrimmt, seine Widerrede zurechtgelegt und war wild entschlossen, sich der willkürlich praktizierten Behandlung zu widersetzen, auch auf die Gefahr hin, verhaftet zu werden. Doch ein zweites Wunder ereignete sich. Seine Begleiterin, die

gleich drei Gepäckstücke ihr eigen nannte, zwei riesige Koffer plus einer großen Reisetasche, ein Koffer und die Tasche angefüllt mit Unmengen an Tabletten, Kosmetika und Dingen, die eigentlich verzollt werden mußten, wurden zwar durchleuchtet, aber nicht geöffnet, sondern unverzüglich auf das Fließband Richtung Flugzeug geschoben. Auch sein Koffer wurde, ohne geöffnet zu werden, durchgewunken, trotz einiger technischer Geräte und mehrerer Pillendosen im Innern.

Danach ging alles sehr schnell. Ein Steward sowie eine Zollbeamtin nahm sich der Air France Gruppe an, ließ sie durch mehrere Türen passieren und wenige Minuten später konnten sie das Flugzeug besteigen. Da überhaupt keine Landungen stattfanden und nur drei ausgewählte Maschinen im fraglichen Zeitraum abheben durften, ging der Startvorgang blitzschnell von statten, sodass sie sich nur Minuten, nachdem sie vom Terminal weggerollt waren, bereits in der Luft befanden. Nur fünf Minuten später passierten sie bereits die Grenze und erreichten den kanadischen Luftraum.

Er gönnte sich als Erstes einen Whisky, obwohl es erst später Vormittag war. Doch die abscheulichen Szenen, die sich auf dem Flughafen abgespielt hatten, lagen ihm wie

schwere Metallplatten auf der Seele. Was er gesehen und erlebt hatte, war trotz der besonderen, einmaligen Umstände einer Demokratie, wie den USA unwürdig. Mit unschuldigen Menschen auf diese unwürdige Art und Weise umzuspringen, war unverzeihlich. 

Die Würde und religiösen Gefühle speziell zahlreicher Moslems dermaßen eklatant verletzt zu haben, drehte ihm noch den Magen um, als er bereits seinen dritten Whisky genoss und das

Flugzeug sich auf seiner endgültigen Flughöhe befand.

Durch die besonderen Umstände war auf diesem Flug die Grenze zwischen Erster und Zweiter Klasse gänzlich aufgehoben. Sie hatten Plätze in der Ersten Klasse bekommen und erhielten, wie sämtliche Passagiere bei diesem speziellen „Jungfernflug“, dem ersten überhaupt von Detroit nach den Terroranschlägen gestarteten Flugzeug, Firstclass-Service.

Nicht im aufgeregten, taubenschlagartig nervösen Detroit wurde schließlich ihr Gepäck verwechselt, dafür beim Umsteigen in Paris. Als sie in Frankfurt ankamen, befanden sich ihre Koffer auf dem Weg nach Fernost. Drei Tage später erst brachte ein Bote die um die halbe Welt gereisten Gepäckstücke nach Hause“.

Titelbild: New York 9/11 Memorial by jean marc CC BY-NC-ND 2.0 DEED via FlickR

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