Von Jürgen Klute
Bereits über 10000 Hitzetote gab es laut Euractiv in diesem Jahr in Europa. In Deutschland ist laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin die Zahl der Hitzetoten in diesem Jahr bereits auf über 6800 gestiegen. Erst langsam dringt in das öffentliche Bewusstsein, dass die Klimaerwärmung längst ihre Wirkungen zeigt – und zwar auch in Europa.
Allerdings erzeugt die Klimaerwärmung nicht nur bisher ungekannte Hitzewellen. Vor fünf Jahren hatte sie am 14. und 15. Juli zu einer unerwarteten Flutkatastrophe in Teilen Deutschlands, Luxemburgs und Belgiens geführt mit insgesamt 243 Todesopfern, davon 41 in Belgien.
Anlässlich dieser Flutkatastrophe hat die Europäische Union den 15. Juli zum Gedenktag an die Opfer der weltweiten Klimakrise erklärt. Begangen wurde dieser Tag erstmals im Jahr 2023.
Wie das Nachrichtenportal Euractiv berichtete, begingen in diesem Vertreter und Vertreterinnen der Europäischen Union den Gedenktag an die Opfer der Klimaerwärmung mit einer Schweigeminute und Gedenkreden.
In einer Videobotschaft erklärte EU-Klimabeauftragte Teresa Ribera laut Euractiv, dass man wisse, dass der Klimawandel ein Killer sei, dass aber selbst der reichste Kontinent der Welt darauf nicht vorbereitet sei. Sie betonte, dass die EU die beängstigenden Bedrohungen, die der Klimawandel für die Menschheit darstelle, nicht länger hinnehmen werde.
EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib ergänzte laut Euractiv, dass die EU bis zum Jahresende einen neuen Klimaanpassungsplan vorgelegen wolle.
Bleibt abzuwarten, wie die EU-Mitgliedsstaaten darauf reagieren. In Deutschland scheint sich weder die Bundesregierung noch der Bundestag noch die Bundesländer noch die Kommunen für die Hitzetoten (bisher immerhin mehr als die Hälfte der Gesamtzahl der Hitzetoten in Europa) zu interessieren, weil die selbstverschuldet Schuldenbremse keinen Spielraum für die nötigen Maßnahmen lässt.
In 2024 hat sich Belgien dieser Initiative der Europäischen Union angeschlossen. Der Ausschuss für Umwelt und Klima des föderalen belgischen Parlaments hat den 15. Juli ebenfalls zum nationalen belgischen Gedenktag an die Opfer der Klimakrise erklärt und ihn im gleichen Jahr erstmals begangen.
In diesem Jahr trafen sich am 15. Juli Klimaktivisten, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie der föderale Klimaminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés) und die Brüsseler Staatssekretärin für Klima, Ans Persoons (Vooruit) im Jardin de la vallée du Maelbeek bzw. Maalbeekdaltuin im Brüssler Europa-Viertel neben der Metro-Station Maalbeek zum Gedenken an die Klimaopfer.
Diesmal ging es laut einem Bericht der Brüsseler Zeitung BRUZZ nicht allein um das Gedenken an die Klimaopfer, sondern es wurde auch der Startschuss für ein Mahnmal gegeben, das an die Opfer erinnern soll. Standort des künftigen Mahnmals soll der Jardin de la vallée du Maelbeek bzw. Maalbeekdaltuin sein. Das Denkmal soll nicht nur an die Flutopfer von 2021 erinnern, sondern ebenso an die Hitzetoten der letzten Jahre.
Laut BRUZZ wurde das Denkmal von dem Architekten Bas Smets entworfen. Weiter heißt es in dem BRUZZ-Bericht, dass die Initiative für dieses Denkmal von „Climate Justice for Rosa“ und Benjamin Van Bunderen-Robberechts ausging, der vor fünf Jahren seine Freundin Rosa bei den Überschwemmungen im Vesder-Tal in der Wallonie verlor.
Benjamin Van Bunderen Robberechts hatte zusammen mit dem belgischen Filmregisseur, Drehbuchautor, Fernseh- und Radiomoderator Nic Balthazar den tragischen Tod und Verlust seiner Freundin Rosa zu einem Theaterstück verarbeitet, das 2024 erstmals aufgeführt wurde. Barbara Debusschere hat die beiden und deren Theaterstück in einem Interview für die belgische Zeitung De Morgen im August 2024 vorgestellt (eine etwas gekürzte deutschsprachige Version des Interviews gibt es hier)
Wann mit der Errichtung des Mahnmals begonnen werden soll, wurde jedoch nicht berichtet.
Titelbild: Maalbeekdaalhof mit EU-Kommissionsgebäude, Brüssel; Jürgen Klute
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