Von Bernhard Clasen

Aktion vor Gedenktafel in weißrussischer Hauptstadt

Während am 8. und 9. Mai in Dutzenden Ländern des Endes des Zweiten Weltkrieges gedacht wurde, machte sich in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ein knappes Dutzend Aktivisten der Linken Partei „Gerechte Welt“ am 9. Mai auf den Weg zu einer Gedenktafel für einen deutschen Soldaten. Diese Gedenktafel im Zentrum der belarussischen Hauptstadt findet selten Beachtung, kein Besucher aus Deutschland, der hier mal eine Blume ablegen will.

Weder in Deutschland noch in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion gibt es noch viel, was an den deutschen Soldaten Fritz Schmenkel erinnert. Und so hat es sich eine kleine Gruppe weißrussischer Linker zur Aufgabe gemacht, den Mann Fritz Schmenkel wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Fritz Schmenkel hatte sich 1941 freiwillig an die Ostfront gemeldet. Doch nur wenige Wochen nach seiner Verlegung an die Front war er desertiert und zu den in Belarus aktiven Partisanen übergelaufen. Dabei nutzte er immer wieder seine deutsche Uniform, um Überfälle auf die deutschen Angreifer zu ermöglichen. 1943 wurde er festgenommen, von den Deutschen. Denen war aufgefallen, dass er trotz seiner sowjetischen Uniform schlechtes Russisch sprach.

Am 15. Februar 1944 wurde Schmenkel von einem deutschen Kriegsgericht in Minsk zum Tode verurteilt und am 22. Februar 1944 von einem Erschießungskommando hingerichtet.

Die folgenden Photos zeigen Mitglieder der weißrussischen linken Partei „Gerechte Welt“ am 9. Mai 2020, wie sie an der Gedenktafel für Fritz Schmenkel Blumen ablegen. Die Gedenktafel befindet sich in Minsk an der Stelle, an der Schmenkel 1944 das Todesurteil hörte.

Titelbild / Fotos: privat

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