Europa-Abgeordnete fordern mehr Transparenz bei der EZB!

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Europa-Abgeordnete fordern mehr Transparenz bei der EZB!

41 Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments (ECON) haben am 1. Juni 2017 eine gemeinsame Frage an die EZB gerichtet. Ziel dieser Erklärung ist es, Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main aufzubauen, um die EZB zu mehr Transparenz bei ihren Wertpapierkäufen zu verpflichten.

Erstmals wendet sich damit eine große parteiübergreifende Mehrheit der ECON-Abgeordneten mit einer gemeinsamen Frage an die Zentralbank. Der katalanische liberale Abgeordnete Tremosa hat diese Initiative koordiniert.

Der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, Sven Giegold, erklärt dazu: “Mehr Transparenz bei den Wertpapierankäufen der EZB ist überfällig. Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, welche Firmen von der expansiven Geldpolitik der EZB direkt profitieren. Die Zentralbanken üben Marktmacht aus, wenn sie etwa 30% aller gedeckten Schuldverschreibungen aufkaufen. Es ist gut, wenn die Bundesbank und einige andere nationalen Zentralbanken die Firmen nennen, deren Wertpapiere sie aufkaufen. Das genügt jedoch nicht. Eine gemeinsame Währungspolitik braucht gemeinsame Transparenzegeln. Die EZB darf es nicht länger den nationalen Zentralbanken überlassen, nach eigenem Gutdünken Transparenz herzustellen. Ebenso sollte das Eurosystem die Menge der gekauften Wertpapiere für jeden Titel nennen. Hier kann auch die Bundesbank ihre Transparenz noch verbessern. Auch die Geldpolitik muss bei ihren Wertpapierkäufen soziale und ökologische Kriterien berücksichtigen (“ESG”). Die Bemühungen vieler Investoren beim divestment und bei klimaverträglichen Kapitalanlagen, dürfen nicht von der EZB konterkariert werden.”

Im folgenden dokumentiert Europa.blog den Wortlaut der in englisch verfassten Anfrage an die EZB. Sobald die Antwort vorliegt, wird auch die hier veröffentlicht.


Subject: Transparency of the CSPP Programme

Dear President Draghi,

Since June 2016, the European Central Bank has purchased more than 75bn EUR of bonds from private corporations under its CSPP programme. 

Since its implementation, the programme spurred a certain level of concerns[1], since it could be perceived as a disguised subsidy to certain companies[2].

Thus, regarding the CSPP program we would like to know if: 

Following the excellent practice of the Bundesbank, is the ECB considering to ask all participating national central banks to disclose the full names (and not just ISIN codes) of the issuing companies whose bonds have been purchased under the CSPP programme? Will the ECB aggregate all the data into one single, user-friendly table to improve its transparency standards?

Will the ECB and the national central banks involved in the programme disclose the detailed amount of the Eurosystem’s holding for each bond being purchased, thereby allowing more accurate scrutiny against possible sectorial bias of the programme?

Is the ECB going to disclose greater details on this programme’s operating guidelines, in order to explain to citizens how the corporate bonds are being selected?”

Ramon Tremosa (ALDE); Andreas Schwab (EPP); Pervenche Beres (S&D); Emmanuel Maurel (S&D); Sirpa Pietikainen (EPP); Costas Mavrides (S&D); Werner Langen (EPP); Olle Ludwigsson (S&D); Peter Simon (S&D); Lara Comi (EPP); Bas Eickhout (Greens/EFA); Roberts Zile (ECR); Markus Ferber (EPP); Sophie In’t Velt (ALDE); Jeppe Kofod (S&D); Miguel Urbán (GUE/NGL); Sander Loones (ECR); Michel Reimon (Greens/EFA); Cora Van Nieuwenhuizen (ALDE); Matt Carthy (GUE/NGL); Philippe Lamberts (Greens/EFA); Tibor Szanyi (S&D); Paul Tang (S&D); Alfred Sant (S&D); Fabio de Masi (GUE/NGL); Thierry Cournillet (ALDE); Paloma Lopez-Bermejo (GUE/NGL); Jonás Fernadez (S&D); Sven Giegold (Greens/EFA); Esther De Lange (EPP); Molly Scott-Cato (Greens/EFA); Udo Bullman (S&D); Petr Jezek (ALDE); Marisa Matias (GUE/NGL); Bernd Lucke (ECR); Eva Kaili (S&D); Michael Theurer (ALDE); Brian Hayes (EPP); Nils Torvalds (ALDE); Ernest Urtasun (Greens/EFA); Fulvio Martusciello (EPP)

[1] http://www.elindependiente.com/economia/2016/11/10/telefonica-iberdrola-y-gas-natural-suman-el-56-de-los-bonos-que-compra-el-bce/

[2] http://www.lemonde.fr/economie/article/2017/03/11/la-bce-soutient-elle-les-pollueurs_5093029_3234.html

By | 2017-06-01T21:57:53+00:00 June 1st, 2017|Politik, Start, Wirtschaft | Soziales|0 Comments

About the Author:

Jahrgang 1953, geboren in Bünde/Westfalen. Nach dem Studium der evangelischen Theologie in Bielefeld und Marburg/Lahn ab 1989 Leiter des Industrie- und Sozialpfarramtes des Kirchenkreises Herne. Von 2007 bis 2009 Referent für Sozialethik an der Evangelischen Stadtakademie Bochum. Von 2009 bis 20014 Mitglied des Europäischen Parlaments (Die Linke). Seit 2014 freiberuflich tätig. Publizist. Diverse Buch-, Zeitungs- und Zeitschriften-Publikationen.

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